Okt30

Schloss Heidelberg am Neckar im Abendlicht.Hoch über dem Neckar am Nordhang des Königsstuhls thront das Schloss in Heidelberg bzw. was noch davon übrig geblieben ist. Der rötliche Neckartäler Sandstein verleiht nicht nur dem Schloss seine charakteristische Farbe, sondern zahlreichen weiteren Bauwerken; in Heidelberg gehören dazu unter anderen die Heiliggeistkirche an der angeblich längsten Fussgängerzone Europas und die Alte Brücke. Aber auch viele Wohnhäuser in Heidelberg selber und in der Umgebung zeigen ihre typische rote Fassade.

Die Steine wurden im östlich benachbarten Eberbach in mehreren Steinbrüchen gebrochen, aber auch direkt am Stadtrand von Heidelberg. Letztere Steinbrüche sind allerdings längst aufgegeben.

Kreuzschichtung in Neckartäler Sandstein.Entstanden sind die grossen Sandsteinvorkommen vor rund 250 Millionen Jahren zu Beginn der Triaszeit (Buntsandstein) als Ablagerungen in Flachmeeren. Die offensichtlich eher kurzen Transportdistanzen aus dem Herkunftsgebiet des Gesteinsmaterials führten dazu, dass neben viel Quarz noch fast ein Viertel Alkalifeldspatkörner den Sandstein aufbauen (vgl. Artikel zu Kaolin). Feldspat verwittert relativ schnell und geht bei langen Erosionswegen verloren. Typisch für den Neckartäler Sandstein sind zudem kleine Limonitnester. Das Eisenoxid kommt auch als dünner Film auf den Sandkörnern vor und ist verantwortlich für die rötliche Farbe.

An den Blöcken lässt sich die Lagerung der Sandkörner gut erkennen; meist sind die Sandschichten parallel abgelagert worden, es gibt aber auch immer wieder Kreuzschichtungen, wo die Fliessrichtung während der Ablagerung geschwankt hat.

Schlossruine in Heidelberg aus rotem Sandstein.Das Heidelberger Schloss war einst eine wehrhafte Burg, wurde aber im 17. Jahrhundert zweimal zerstört und fiel 1764 einem Brand zum Opfer. Daraufhin diente die Burg als Steinbruch für Baumaterial in der Stadt.

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