Sep11

Niagara-Falls. Horseshoe-Fall auf der Kanadischen Seite. Das Wasser fällt hier in einem breiten Vorhang 51 Meter in die Tiefe.Wasser hat enorme Kraft und formt die Landschaft massgebend. Seit dem Ende der letzten Eiszeit gab es wortwörtlich einschneidende Ereignisse, so auch in Nordamerika.

Die spektakulären Niagara-Fälle sind geologisch gesehen noch sehr jung, die Gesteine heute an der Oberfläche allerdings sehr alt. Erst vor rund 12’000 Jahren suchte sich das Schmelzwasser von den Eisschilden einen Abfluss und schuf auf seinem Weg in den Atlantik die Niagara-Fälle, welche an der US-Amerikanisch-Kanadischen Grenze den Eriesee mit dem Ontariosee verbinden. Die beiden Seebecken existierten schon vor der letzten Eiszeit, die Fluss-Verbindung entstand erst danach.

Niagara-Falls. Steht man an der Fallkante, ist das Spektakel am Horseshoe-Fall noch imposanter.Den geologischen Untergrund bildet ein 3 Milliarden Jahre altes Fundament aus dem Präkambrium, auf dem im Silur vor 440 bis 400 Millionen Jahren Meeressedimente abgelagert wurden.

An den Fällen bildet heute eine harte Kalkschicht die Fliessunterlage und die Fallkante. Darunter liegen Sandsteine und feine Tonsteine, die leichter erodieren, so dass es immer wieder zu Abbrüchen der überhängenden Kalkschicht kommt. Die Wassermassen sorgen somit für eine rückschreitende Erosion. Anfänglich „wanderten“ die Fälle einen bis eineinhalb Meter pro Jahr Fluss-aufwärts; wegen Wassernutzung im Flussoberlauf hat sich die Erosion auf ca. einen halben Meter pro Jahr reduziert. Bei dieser Erosionsrate werden die Fälle, die dann keine mehr sein werden, in etwa 50’000 Jahren beim Eriesee anlangen.

Von den insgesamt drei Wasserfällen ist der Horseshoe-Fall auf der kanadischen Seite mit ca 670 Metern der breiteste – ein gewaltiger Wasservorhang stürzt rund 51 Meter in den Abgrund. Durch die enorme Kraft dieser Wassermassen ist das Gestein am Fusse der Wasserfälle nochmals so tief ausgewaschen – würden die Fälle also plötzlich trocken fallen, wären sie doppelt so hoch. Die grüne Farbe des Wassers entsteht durch gelöste Minerale und ganz viel Gesteinsmehl.

Konnten Sie dieses Schauspiel schon mal selber bewundern? Oder kennen Sie andere Wasserfälle, die Sie beeindruckt haben?

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