Mai15

Luftbild auf den bereits bestehenden Bergsturz westlich von Preonzo im Tessin.Oberhalb des Dorfes Preonzo im Tessin bewegt sich der Berg. Ein neuer Bergsturz bahnt sich an. Da wo schon 2002 150000 Kubikmeter Geröll ins Tal donnerten, bewegte sich in der Nacht vom Sonntag auf den Montag der Fels 4 cm pro Stunde – jede Schnecke wäre schneller – aber für eine Gesteinsmasse ist das enorm, um nicht zu sagen bedrohlich schnell. Im Falle eines Bergsturzes würde je nach Ausmass ein Industriegebiet getroffen, das bereits evakuiert ist und durch einen Erddamm geschützt wird. Bis zu 200000 Kubikmeter könnte dieser aufhalten, sollte sich mehr Gestein lösen, kann auch dieser Damm nicht mehr viel ausrichten. Preonzo liegt etwa 10 Kilometer nördlich von Bellinzona.

Felsstürze gab und gibt es in der Schweiz immer wieder. Aus historischen Zeiten kennt man den Flimser Bergsturz, der Goldauer und Elmer Bergsturz ist schon deutlich jünger und an den Bergsturz von Randa können sich viele von uns noch erinnern. Auch in diesem Fall dürften starke Regenfälle der Auslöser sein für die erhöhte Aktivität, wie vor gut 200 Jahren in Goldau.

Kleinere Rutschungen gibt es immer wieder. Und mit dem tauenden Permafrost in den höheren Lagen ist auch in Zukunft mit weiteren ähnlichen Meldungen zu rechnen.

Ob, wann und wie viel Gestein sich löst, werden wir in den nächsten Stunden und Tagen sehen.

Sind heute Bergstürze häufiger als früher?

Nachtrag Dienstagmorgen: Es handelte sich tatsächlich nur noch um Stunden; in der Nacht auf heute haben sich in zwei grösseren Portionen rund 600000 Kubikmeter Gestein gelöst. Das bedrohte Industriegebiet wurde dabei sogar verschont.

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1 Kommentar

  1. Mai 19th, 2012, 07:30
    Alois sagt

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