Apr10

Für geologische Zeitreisen braucht es viel Geduld, Beobachtungsgabe und Kombinationsgeschick«Schriftliche» Aufzeichnungen gibt es erst seit Menschenzeiten. Informationen aus früheren Zeiten erhalten wir durch Beobachten, Untersuchen und Interpretieren alter Gesteinsvorkommen und aktuell an der Erdoberfläche ablaufender Prozesse. Die grosse Diskussion um Entstehung und Herkunft der Fossilien und Saurier begann vor rund 200 Jahren in Südengland. Damals versuchte man, die Lage der Knochenfunde in den Gesteinsschichten an der Südenglischen Küste mit der Sintflut zu erklären – längere Zeiträume konnte/wollte sich damals noch keiner vorstellen.

Heutzutage haben wir aufgrund von Ausgrabungen und geologischen Beobachtungen viel konkretere Vorstellungen von vergangenen Erdzeiten. Und für Filme wie Jurassic Parc werden gerne auch mal Facts vermischt und mit viel Fantasie ergänzt.

Um die gesamte Erdgeschichte zu erfassen, empfiehlt es sich, die Zeit etwas zu beschleunigen. Nehmen wir an, die 4,5 Milliarden Jahre seit der Erdentstehung würden auf nur einen Tag verteilt: Währen der ersten 21 Stunden ist es ziemlich ruhig und erst dann beginnt die relativ gesehen rasante Entwicklung allen höheren Lebens. Der Opalinuston aus der Jurazeit entsteht etwa eine Stunde vor Mitternacht, ab da bevölkern auch die Saurier die Erde bis ca. 23:40 Uhr und wir Menschen bekommen gerade mal in der letzten halben Minute einen Mini-Auftritt auf der 24-Stunden-Erdbühne.

Sie sehen, Zeiten sind relativ. Was sind da schon ein paar Sekunden auf 24 Stunden; die Saurier haben sich immerhin etwa 40 Minuten lang bewährt. Manchmal frage ich mich, ob wir Menschen uns nicht etwas zu wichtig nehmen?

P.S. Eine spezielle Zeitreise in den Opalinuston in 600 Meter Tiefe können Sie mit dem TimeRide der Nagra unternehmen.

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