Mrz27

Blick auf den Seedamm im Zürichsee bei RapperswilWieso verlaufen so viele Flüsse und auch zahlreiche Seen im Mittelland mehrheitlich in Nord-Süd-Richtung? Durch die Topografie lässt sich dies relativ einfach erklären. Wasser folgt der Schwerkraft und fliesst von oben nach unten – soweit ja keine Überraschung ☺ Als sich die Alpen vor etwa 60 Millionen Jahren zu heben begannen, suchte sich das Wasser einen Weg von den emporgehobenen Bergen in tiefer gelegene Gebiete; daraus ergaben sich die vorwiegend Süd-Nord verlaufenden Fliessrinnen.

 

 

Verteilung und Verlauf von Seen und Flüssen in der Schweiz nördlich der Alpen.Die eiszeitlichen Gletscher folgten ebenfalls der Schwerkraft und den existierenden Flusstälern. Das Eis vermag durch sein Gewicht und durch Festfrieren und Losbrechen oder durch Schmelzwasser an der Unterseite Gestein zu erodieren. Anders als fliessendes Wasser kann fliessendes Eis durch den Gewichtsdruck auch mal nach oben über eine Gesteinsbarriere fliessen, wodurch sich Senken unterhalb des normalen Fliessniveaus bilden können. An solchen übertieften oder durch Moränen gestauten Stellen bildeten sich nach dem Gletscherrückzug Seen. Die lockeren Kies- und Sand-Schichten, welche von den Flüssen und Seen in den Tälern abgelagert wurden, lassen sich einfacher wegerodieren als das intakte Gestein an den Flanken. Am Rande gewisser Täler sind deshalb die Spuren von mehreren Gletschervorstössen nachzuweisen. Und selbst Seen, die mit der Zeit verlanden, könnten bei der nächsten Eiszeit wieder ausgehobelt werden.

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