Mrz20

Glarner Hauptüberschiebung mit Martinsloch von Elm aus gesehen. Leider war das Wetter nicht ganz ideal...Zusammen mit dem Aufschluss an der Lochsite in Schwanden gehört auch die Glarner Hauptüberschiebung und das Martinsloch in den Tschingelhörnern ob Elm zum Unesco Weltnaturerbe «Tektonikarena Sardona».

Genauen Beobachtern sind die klaren Trennlinien am Berg bald aufgefallen und es wurden teils fantastische Erklärungen aufgestellt. Heute weiss man, dass diese Gesteinsabfolge durch Überschiebung entstand. Rund 250 Millionen Jahre altes Verrucano-Gestein wurde während der Alpenfaltung 40 km nordwärts geschoben und dabei auf lediglich 35 Millionen Jahre alte Flysch-Gesteine überschoben – bei Sedimentgesteinen (Flysch und Verrucano sind beides Sedimentgesteine) liegt normalerweise das Alte unten und das Junge oben – schon diese Altersumkehr allein macht die Glarner Hauptüberschiebung speziell.

Martinsloch - Briefmarke der Schweizer Post, Ersterscheinung im März 2012Zusätzliche Faszination gewinnt die Hauptüberschiebung durch das Martinsloch – ein Loch in der Felswand mit etwa 20 Metern Durchmesser, das von Glarner- und Bündnerseite gut erkennbar ist. Jeweils Mitte März und 200 Tage später Ende September/Anfang Oktober scheint die Sonne kurz vor Sonnenaufgang durch das Martinsloch und bestrahlt genau den Kirchturm in Elm – letzte Woche war es wieder einmal so weit.

Seit kurzem gibt es nun auch ein Briefmarkenset der Schweizer Post, das dieses Ereignis würdigt und damit noch bekannter macht.

Sind Sie schon mal extra für diesen raren Moment nach Elm gereist? Oder kennen Sie noch andere Martinslöcher?

Verwandte Artikel:

  1. Lochsite – weltberühmte, plattgewalzte Jahrmillionen
  2. Jungfraujoch – Top of Europe und das Meer ist ganz nah
  3. Verrucano – der fremde rote Ackerstein
  4. Schieferbergbau – das 9/11 von Elm
  5. TdS – Kurvenreich über Granit an der Grimsel

Einen Kommentar erfassen



Die Lösung

Archiv