Mrz13

Erdbeben-Gefährdungskarte der Schweiz vom Schweizerischen Erdbebendienst SEDMitte und Ende Februar 2012 ereigneten sich in der Gegend um Zug zwei Erdbeben, die bis weit über Zürich hinaus spürbar waren. Das Hypozentrum (Herd) lag mit rund 30 km ziemlich tief, was den Vorteil hatte, dass trotz Magnituden von 4,2 und 3,5 nur vereinzelt kleinere Schäden an der Erdoberfläche auftraten.

Das zweite Beben war ein Nachbeben. Nachbeben können Stunden, Tage, Wochen oder sogar Monate später noch auftreten, und dabei Stärke-mässig ähnliche Ausmasse erreichen wie das erste Beben.

Das Ausmass von Erdbeben-Schäden hängt von verschiedenen Faktoren ab, Herdtiefe, Erdbebenstärke, Bodenbeschaffenheit, Bauweise (Video), Resonanzverhalten etc. Gefahrlos verschiedene Erdbeben erleben können Sie beispielsweise im Simulator von focusterra an der ETH Zürich.

Heute weiss man, dass Schäden vor allem an der Erdoberfläche auftreten, während der Untergrund weitgehend intakt bleibt. Die Bauten im Untergrund sind allseitig mit dem Fels verbunden, können nicht frei schwingen und zeigen deshalb ein geringes Resonanzverhalten. Messungen in unterirdischen Kraftwerksanlagen zeigen zudem, dass die Bodenbewegungen im Untergrund deutlich kleiner sind als unmittelbar an der Erdoberfläche. Im Alpenraum haben Erdbeben bisher nur sehr geringe Schäden an unterirdischen Anlagen verursacht. Kleine Schäden wurden jeweils vor allem im Portalbereich, nahe der Erdoberfläche beobachtet, nie aber in grösserer Tiefe.

Haben Sie eines der Zuger Erdbeben verspürt?

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2 Kommentare

  1. März 14th, 2012, 22:35
    Peter sagt

    Das Zuger Erdbeben habe ich im Bett liegend überraschend deutlich gespürt. Die Schränke wackelten und knarzten. Einen Knall habe ich allerdings nicht gehört, das Beben war auch nur für wenige Sekunden spürbar. Unser Haus ist einseitig angebaut in den Hang gebaut, das Schlafzimmer somit im Erdgeschoss. Ein Riss im Garagenanbau hat sich ggf. vergrössert, bin aber nicht sicher. Für mich war es in der kurzen Zeit seit wir in der Region leben bereits das dritte spürbare Beben. Eine tektonisch ruhige Gegend ist der Jurasüdfuss meines Erachtens nicht.
    Es ist absolut glaubwürdig, dass Bauten im Untergrund wahrscheinlich schwerer durch Beben zu beschädigen sind. Allerdings habe ich auch schon Karsthöhlen besucht, bei denen vermutlich durch Erdbeben gelöste Felsblöcke gezeigt wurden. Ich denke, dass ein starkes Erdbeben und drohende Nachbeben die Zugänglichkeit von grossen, kilometerlangen unterirdischen Bauten aus Sicherheitsgründen ganz erheblich einschränken kann, während oberirdische beschädigte Bauten in wenigen Sekunden bis Minuten wieder verlassen werden können und somit einigermaßen zugänglich bleiben für Rettungszwecke.

  2. März 17th, 2012, 16:28
    drea sagt

    @Peter: Von Erdbebenschäden in Karst- und Tropfsteinhöhlen habe ich auch schon gehört, dort vor allem in oberflächennahen Höhlenteilen. Wenn Tropfsteine dabei abbrechen, lässt sich unter gewissen Umständen sogar das Erdbeben mittels Isotopensignatur im Kalk datieren; oder Klimadaten ermitteln wie am 26.4.2011 im Artikel beschrieben.

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