Jan10

Grenze zwischen Gesteinen des Jungfraukristallins (oben) und marinen Sedimenten der Helvetischen Decken auf dem Jungfraujoch.Die Skifans werden sich am kommenden Wochenende nicht so weit ins Tal hinauf verirren. Wer aber aufs’s Jungfraujoch weiter will, lässt Wengen und den Ski-Weltcup-Rummel am Lauberhorn einfach hinter sich und fährt mit der Bahn weiter.

Wer auf rund 3500 Meter Höhe angekommen ist, hat nicht nur einen traumhaften Blick auf eine verschneite Berg- und Gletscherwelt, sondern kann vom Ice Gateway aus auch einen Blick auf ein eindrückliches geologisches Ereignis werfen. In der fast senkrechten Felswand unterhalb des Aussichtsplateaus ist eine deutliche Grenzlinie zwischen verschiedenen Gesteinen zu erkennen. Hier berühren sich kristalline Tiefengesteine des Aarmassivs und marine Sedimente der Helvetischen Decken.

Die obere, braune Schicht besteht aus dem Jungfraukristallin, das während der Alpenfaltung als Decke von Süden her über weiche Sedimente geschoben worden war. Die grauen Meeressedimente dienten als Gleithorizont für die stabileren kristallinen Decken und wurden dabei stark deformiert.

Das Jungfraujoch als Teil des Unesco-Weltnaturerbes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn hat also neben der höchstgelegenen Bahnstation Europas und der höchstgelegenen Wetterstation (Sphinx) der Schweiz auch geologisch Interessantes zu bieten. Und dieses Jahr feiert die Bahn auch noch 100jähriges Bestehen!

Waren Sie schon mal auf dem Jungfraujoch? Sind Ihnen die verschiedenen Gesteine aufgefallen?

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1 Kommentar

  1. Januar 10th, 2012, 08:41
    Grammel Peter sagt

    Nein, leider nicht aber in Wengen Skifahren. Ich bin immerwieder fasziniert von den verschneiten Bergen und dem traumhaften Ausblick. Man kann sich kaum sattsehen.

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