Dez20

Sternförmiges Stängelglied (ca. 7 mm) einer Seelilie in Gestein aus Arzo (Tessin)Die bunten Kalk-Brekzien aus den Steinbrüchen in Arzo schmücken zahlreiche Kirchen im In- und Ausland. Sogar im Mailänder Dom ist das dekorative, rote Gestein verbaut.

Wie schon der vor drei Wochen vorgestellte Untersberg-Marmor, handelt es sich auch beim Marmo d’Arzo aus dem Tessin um keinen wirklichen Marmor, sondern lediglich um einen sehr dichten Kalkstein. Die ursprünglichen Kalkschichten entstanden in der oberen Trias in untiefem Wasser über dem Hauptdolomit.

Vor gut 200 Millionen Jahren öffnete sich der Tethys-Ozean und die Karbonatgesteine zerbrachen und es entstanden Schwellen und Senken. In den Senken sammelten sich Kalkbruchstücke von den angrenzenden Schwellen. Bei jedem Aufbrechen kamen neue Sedimentschichten und Organismenreste zu den Trümmern dazu.

Zu den Organismenresten gehören u.a. Brachiopoden (Armfüsser), aber auch Crinoideen (Seelilien). Seelilien hielten sich am Boden fest und einem Stil entwuchsen fünf Arme. Sowohl Stängel als auch Arme bestanden aus meist mehrere Millimeter grossen Calcit-Kristallen, die von Gewebe zusammengehalten wurden. Nach dem Absterben sind oftmals nur die Stängelglieder erhalten geblieben. Sie sind im Querschnitt rund, eckig oder sogar sternförmig.

Und mit dem Bild eines solchen weihnachtlichen Seelilien-Sternchens wünsche ich all meinen Lesern frohe Festtage und freue mich, wenn Sie auch nächstes Jahr regelmässig auf erdwissen.ch reinklicken und Kommentare schreiben.

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