Dez06

Nikolaus-Dorf am Polarkreis in FinnlandHeute zieht er wieder durch die Strassen – der Samichlaus begleitet von Schmutzli und Eseli und bringt den braven Kindern Nüssli und Mandarinen.

Der Ursprung dieses Brauches soll ja auf den Bischof Nikolaus von Myra zurückgehen, der in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts in Kleinasien wirkte. Heute erzählt man den Kindern aber auch oft, der Samichlaus wohne im hohen Norden, irgendwo im Wald mit den Rentieren und seinen Engeli. So gibt es beispielsweise im finnischen Rovaniemi ein Samichlausdorf am Polarkreis.

Der finnische Untergrund gehört zum Baltischen Schild, der aus präkambrischen Gneisen, Graniten und Schiefern aufgebaut ist, die weit älter als eine Milliarde Jahre sind. Diese uralten, tektonisch sehr stabilen Kontinentalteile werden auch Kratone genannt und bilden die Kerne der heutigen Kontinente. Über die Millionen von Jahren wurde die einstige Topografie weitgehend eingeebnet durch die Erosion.

Die heutige Oberfläche ist durch die letzte Eiszeit geprägt. Noch heute hebt sich die gesamte Landmasse infolge des Abschmelzens der grossen Eismassen vor 10’000 Jahren. Wie ein Eisberg im Wasser schwimmt auch ein Kontinent auf der plastischen Asthenosphäre. Und genauso wie sich ein Eisberg aus dem Wasser hebt, wenn oben Eis wegschmilzt, so strebt auch ein Kontinent ein neues Gleichgewicht (Isostasie) an, wenn viel Material erodiert wird oder eben grossflächig Gletschereis wegschmilzt.

Sind Sie heute schon dem Samichlaus begegnet?

 

 

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3 Kommentare

  1. Dezember 9th, 2011, 21:35
    Peter sagt

    Uralt und tektonisch sehr stabil…. wäre das nicht viel besser geeignet für die Lagerung von radioaktiven Abfällen als die in der Schweiz vorhandene Geologie, die ja wesentlich jünger ist und in den Jahrmillionen enormen Veränderungen unterworfen war?

  2. Dezember 10th, 2011, 21:25
    drea sagt

    @Peter: die kristallinen Kerne wären/sind AUCH geeignet für die Lagerung radioaktiver Abfälle, aber nicht zwingend besser. deshalb können die Finnen und Schweden ihre Lager auch in diese Gesteine bauen. Sie müssen allerdings noch zusätzlich Barrieren einbauen, da das Gestein Wasser durchlässt, sobald irgendwo ein Riss vorhanden ist. Die in der Schweiz dafür vorgesehenen Sedimentgesteine wie der 180 Mio Jahre alte Opalinuston haben auch ihre guten Eigenschaften und waren im Norden der Schweiz keinen enormen Veränderungen unterworfen. die grossen Veränderungen fanden/finden im Alpenbereich statt und im Jura, aber das Mittelland ist geologisch gesehen ziemlich stabil.

  3. Dezember 21st, 2011, 01:57
    Jan sagt

    Interessanter Post. Würde gern mehr Posts zu dem Thema lesen.

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