Okt25


In Italien gibt es 2 Millionen Jahre alte Baumstämme, die immer noch aus organischer Holzsubstanz bestehen. In Dunarobba im Tiber-Tal wurden 1980 in einer Tongrube rund 50 aufrecht stehende Strünke entdeckt.

Italienische Briefmarke mit Abbildung des fossilen Waldes von DunarobbaWie bei versteinertem Holz auch der Fall, wurden diese Bäume – bei lebendigem Stamme – plötzlich von dichtem Schlamm meterhoch überschwemmt und zugedeckt. Weil aber keinerlei Luft- und Wasseraustausch mit der Umgebung stattgefunden hat, ist die ursprüngliche Holzsubstanz erhalten geblieben. Man kann sie also noch mit einer normalen Baumsäge bearbeiten. Selbst anzünden könnte man die alten Urzeitbäume noch, aber es wäre wohl doch schade darum.

Die Reste der Sequoia-ähnlichen Bäume sind noch bis zu acht Meter hoch und haben Durchmesser von über 1,5 Meter.

Die Bäume aus der Tongrube in Dunarobba gelten als natürliches Analogon – als natürliches Beispiel für Materialien und Prozesse, wie sie beispielsweise in der Abfallentsorgung vorgesehen sind oder ablaufen. Die Tatsache, dass der Ton das Holz über so lange Zeiten unverändert eingeschlossen hat, zeigt sein Einschlusspotenzial für giftige oder radioaktive Abfälle.

Auch bei den Arbeiten zum Üetlibergtunnel der Westumfahrung Zürich wurden fossile Baumstämme im Ton gefunden, die noch ihre ursprüngliche Holzsubstanz behalten hatten. Diese Strünke sind allerdings wesentlich jünger und stammen vom Ende der letzten Eiszeit.

Ein Tisch aus 2 Millionen Jahre altem Holz… hätte das einen speziellen Reiz für Sie?

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4 Kommentare

  1. Oktober 25th, 2011, 12:52
    Grammel Peter sagt

    Wenn er, wie sie sagen, nicht vergammelt ist, dann sicher. So ein massiver Holztisch ist doch was ganz Besonderes. Falls er aber doch nicht mehr so schön aussieht, also eine dunkle Farbe aufweist, würde dann eher Gammelfleisch dazu passen und das wiederum will wohl kaum jemand im Esszimmer haben.

  2. Oktober 26th, 2011, 13:38
    drea sagt

    @Grammel Peter. Nein, vergammelt ist das Holz ganz und gar nicht sondern liesse sich auch noch wunderbar polieren. Und ich persönlich mag eigentlich auch dunkles Holz. Das hat ja schliesslich mit Gammelfleisch überhaupt nix zu tun.

  3. Oktober 30th, 2011, 17:14
    Traumperlentaucher sagt

    Es wäre wunderbar einen solchen Tisch zu besitzen, abends bei einem Glas Wein zu sitzen, das Holz zu berühren und daran zu denken, was dieser Baum zu seiner Zeit wohl erlebt haben mag. Vielleicht sogar zu spüren, wie es damals gewesen ist, wenn man mit der Hand sachte über das polierte uralte Holz streicht? Welche Lebewesen haben vor 2 Millionen Jahren seinen Weg gekreuzt, welche Vögel haben auf seinen Ästen gerastet und wie hat der Himmel über ihm ausgesehen? Ohne Kondensstreifen am Tage und ohne Lichtverschmutzung in der Nacht. Andererseits ist er ihm Lehm erstickt, und der Gedanke daran, würde meine Freude trüben. Kein schöner Tod, auch nicht für einen Baum.

  4. Oktober 31st, 2011, 14:24
    drea sagt

    @Traumperlentaucher: Ja, das alte Holz oder ein Tisch daraus könnte uns sicher viel Spannendes und “Neues” aus seiner Zeit erzählen. Und wenn dann der Wein noch nicht ganz so alt ist – gäbe bestimmt viele schöne Stunden.

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