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Verwachsener Pyritwürfel, ca. 1,5cm gross.Das Eisen-disulfid Pyrit (FeS2) fasziniert durch seine häufig perfekt würfelige Form, die durch das kubische Kristallgitter gegeben ist. Auf den Kristallflächen ist oft eine charakteristische Streifung zu sehen.

Pyrit ist in sehr vielen Gesteinen vorhanden, als goldig-glänzende oder «rostige» Einsprenglinge oder als schön ausgebildete Kristalle in Klüften. Längere Zeit wurde Pyrit zur Gewinnung von Schwefelsäure abgebaut.

Pyrit hat eine messing-gelb – goldene Farbe, weshalb es selbst heute noch oft fälschlich für Gold gehalten wird. Kinder schätzen sich jeweils unglaublich reich, wenn sie so einen glitzernden Einschluss in einem Stein besitzen. Und die weit verbreitete Bezeichnung «Katzengold» enthält immerhin das Wort Gold.

Pyrit kann aber tatsächlich kleine Anteile Gold enthalten, allerdings in sehr geringer Konzentration. Das grosse Geld macht mal also nicht mit der privaten Pyritsammlung. Allerdings ist der Goldpreis aktuell bereits so hoch, dass sogar in der Schweiz wieder auf echtes Gold prospektiert werden soll.

Pyrit war schon früh bekannt und wurde zusammen mit einem Quarzknauer als Feuerstein benutzt.

Neben der häufigen Würfelform, kommt Pyrit auch als Pyritsonnen vor. Diese sind scheibenförmig und radialstrahlig und bilden sich sedimentär in lockeren, feinen Gesteinsablagerungen.

Können Sie sich daran erinnern, als Kind selber auf einen «Goldfund» stolz gewesen zu sein, oder beobachten Sie das heute bei Ihren Kindern?

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3 Kommentare

  1. September 27th, 2011, 13:36
    Bernd Scholze sagt

    Zwei Erlebnisse zum Thema “Katzengold”:

    1. Ich hab auch mal für einen “Goldrausch” bei niederländischen Touristen gesorgt als ich Katzengold aufgelesen habe. Die sind kurze Zeit später mit Eimern und viel Geheimnistuerei zurückgekommen. Dachten, wirklich ihre Urlaubskasse mit Gold aufbessern zu können. Sind extra losgefahren und haben sich Eimer, Schaufeln etc. besorgt. Pyrit kannten sie halt nicht. Sie konnten aber doch noch lachen, als ich es ihnen erklärte.

    2. Ich wurde einmal gebeten, mir etwas sehr seltsames anzusehen: In einer kleinen Schmuckschatulle in einer extra Schublade lag in einem Tuch eingewickelt ein Stück Gold auf einem Stein. Der Besitzer hatte es vor Jahren von einem Mineraliensucher erworben und dann sicher verpackt – in dem Wissen, daß er eine Wertsteigerung bekommt wenn er nur lange genug wartet. Als er nach Jahren wieder in das Tuch schaute, war nichts mehr von Gold zu sehen – sondern nur ein schwärzlich angelaufenes Etwas. Er war auf Katzengold hereingefallen. Ich konnte ihm dann zeigen,daß er auf Pyrit reingefallen ist.

  2. September 29th, 2011, 19:51
    drea sagt

    @Bernd Scholze: die Faszination scheint nicht verloren zu gehen. ist doch aber auch schön zu wissen, dass Generationen von – nicht nur Kindern – mit etwas Katzengold überglücklich werden – und dann immerhin über ihren Irrtum lachen können.

  3. September 29th, 2011, 20:51
    Bernd Scholze sagt

    @drea: Ja, das sehe ich auch so.

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