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roter Verrucano im Bachbett des Sernfs umgeben von grauen Kalken und SchieferDas Bachbett in diesem Abschnitt des Sernfs ob Engi (GL) ist voller grauer Steine. Aber einer ist anders. Mit seiner leuchtend roten Farbe fällt er sofort auf.

Wir kennen diese roten Steine auch aus dem Mittelland in der Region um Zürich. Dort sind sie ausnahmslos Einzelgänger.

Der «Verrucano» erhielt seinen Zweitnamen «roter Ackerstein» im Mittelland, wo er häufig in Äckern gefunden wurde.

Der >> Verrucano ist ein inhomogenes Sedimentgestein aus unterschiedlich grossen Gesteinsfragmenten, die vor 300 bis 250 Millionen Jahren von einem damaligen Gebirge abgetragen und in grossen, trogförmigen Mulden abgelagert wurden.

Im Verlauf der Alpenfaltung wurde der Verrucano als riesiges Gesteinspaket nach Norden verfrachtet. Eine Kalkschicht ermöglichte ein vereinfachtes Gleiten (>> Lochsite). Heute ist der Verrucano stellenweise bis 1500 Meter mächtig, was noch ca. 10 Prozent der ursprünglichen Dicke entspricht. 9/10 sind erodiert, wurden an verschiedenen Orten wieder abgelagert oder liegen jetzt beispielsweise in den Bächen und Flüssen.

Während der Eiszeiten transportierte der Linthgletscher grosse Stücke Verrucano ins Mittelland. Dort wurden die Findlinge später u.a. als Baumaterial verwendet und auch als Brunnentröge sind die grossen roten Steine beliebt.

Kennen Sie einen Verrucano-Findling? Wo?

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1 Kommentar

  1. August 3rd, 2011, 20:33
    Alois sagt

    … ich kenne einen Verrucano-Findling – genau genommen sogar viele. Wer sie nicht mühsam suchen will: einfach der Limmat unterhalb des Escher-Wyss-Platzes in Zürich flussabwärts folgen, dann steht man plötzlich vor einem imposanten Gebäude, dem Hardturm mit vielen Mauersteinen aus Verrucano-Findlingen. Oder noch einfacher: Ein virtueller Besuch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Hardturm (mit Angabe der Koordinaten!).

    Zugegeben: Die meisten denken beim Wort Hardturm natürlich an das ehemalige Hardturm-Stadion, wo der Grasshopper-Club Zürich (oder kurz die Grasshoppers) seine Heimspiele austrug und viele Jahre lang Schweizer Fussballgeschichte schrieb. Ein grosser Traditionsverein, schon 1886 gegründet. Kleiner Gruss und Seitenhieb aus der Ostschweiz: Der älteste Fussballclub der Schweiz ist der FC St.Gallen 1879.

    Als Vorgeschmack: http://de.wikipedia.org/wiki/Hardturm (mit Angabe der Koordinaten!)

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