Jun14

Randenstörung aufgeschlossen in der Tongrube Almenbühl. Links graue Malm-Kalke, rechts beige Mergelgesteine aus dem Miozän.Nachdem sich gestern die Fahrer der Tour de Suisse 2011 erfolgreich über die Grimsel und die grosse Scheidegg gekämpft haben, geht’s auch weiterhin rauf und runter – das bringt eine Rundfahrt in der Schweiz so mit sich. Gestern hat Peter Sagan triumphiert, warten wir’s ab, wer am Sonntag über den Gesamtsieg der 75. Tour de Suisse jubeln darf. Das Finale nächsten Sonntag 19. Juni 2011 bildet ein Zeitfahren von und nach Schaffhausen.

In spitzen Kehren geht es dann von Bibern im Hegaugraben hinauf nach Opfertshofen und über die Randenstörung weiter nach Lohn. An der Störung treffen junge Moränen und miozäne Mergelgesteine (ca. 12 Millionen Jahre alt) auf die jurassischen Malm-Kalke (ca. 155 Millionen Jahre alt) der Randenhochscholle. Auf dem Bild sieht man links die grauen Malm-Kalke und hinten, rechts der Störungsfläche, die nach unten versetzten jungen miozänen Mergelgesteine.

Auf der Randenhochscholle wurden die jungen Schichten längst erodiert. Die südlich der Störung anstehenden Malm-Kalke liegen nördlich der Störung in rund 200 Meter Tiefe vergraben. Allerdings darf man sich die Störung nicht als eine grosse Fläche vorstellen, sondern eher wie ein Bündel kleinerer Verwerfungen, die eine mehrere hundert Meter breite Zone bilden mit einem Gesamtversatz von rund 240 Meter.

Haben Sie über Pfingsten eine Velotour unternommen? Wohin ging denn die Reise?

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3 Kommentare

  1. Juni 14th, 2011, 18:53
    Alois sagt

    Ich kenne keinen Ort, wo man die Hand direkt auf eine Störungsfläche legen kann, an der sich Gesteine gerieben haben, die x-Millionen Jahre jünger/älter als die Reibungspartner waren.
    Schwieriger Satz – versteht man was ich meine? Auf jeden Fall ist der Ort einen Besuch wert.

  2. Juni 15th, 2011, 07:57
    drea sagt

    Lieber Alois
    lass dich in zwei Wochen überraschen. dann geht es im neuen Artikel um einen Ort, der meiner Meinung nach noch eindrücklicher ist, weil die Gesteinsschichten, die sich dort aneinander gerieben haben, noch einen grösseren Altersunterschied haben. Und die Störungsfläche ist im Querschnitt eine klare Linie.
    bis dann
    drea

  3. Juni 19th, 2011, 13:36
    Ludwig sagt

    Am Samstag 18. Juni führte die Rennstrecken am Rheinfall vorbei. Filmausschnitt unter:
    http://www.sport.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/06/18/Rad/Zweiter-Etappensieg-fuer-Peter-Sagan
    Der Rheinfall ist von 00:40 bis 1:15 in diesem Film zu sehen (v.a. Aufnahmen aus Helikopter).

    Rückblick: Der Rheinfall war schon Thema in diesem Blog (12. April): http://erdwissen.nagra.ch/2011/04/der-zahn-der-zeit-nagt-auch-am-rheinfall/

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