Jun21

Schieferstück beim Infopavillon des Landesplattenbergs in Engi (GL). Schutthalde im Hintergrund.Grauer Schiefer so weit das Auge reicht. Im Berg drinnen grosse Hallen und schräge Pfeiler hinter der unscheinbaren Aussenflanke. Seit der aktive Schieferabbau am Landesplattenberg in Engi (GL) vor 50 Jahren eingestellt wurde, sind die Schutthalden schon wieder weitgehend überwachsen. Anfangs wurde im Tagbau abgebaut, ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, Stollen in den Berg vorzutreiben. Das verzweigte Stollensystem kann auf Führungen besichtigt werden; auch werden in einer Halle Konzerte veranstaltet.

Der Schiefer ist von unterschiedlicher Qualität. Wo er mit Quarzadern durchsetzt ist, war er nicht viel wert. Die Schiefertafeln wurden ins Tal gebracht und dort verkauft. Der Schieferabbau war eine bedeutende Einkommensquelle für die Leute im Dorf.

Glarner Schiefer im Sernftal (Kanton Glarus)Im Glarner Schiefer wurden beim Abbau des Schiefers zahlreiche Fossilien von Fischen, Vögeln und Schildkröten gefunden, die Einblick gewähren in die Welt vor ca. 30 Millionen Jahren (Oligozän). Die toten Tiere wurden im feinen Schlamm im Meer nördlich der jungen Alpen eingebettet (nordhelvetischer Flysch). Heute sind die Reste der damaligen Lebewesen als Folge der tektonischen Aktivität total flach gepresst und häufig auch verzerrt. Die Bergwerksarbeiter mussten ihre während der Arbeit gemachten Funde abgeben.

Ich war vor 10 Jahren einmal im Berg und war sehr beeindruckt. Waren Sie auch schon mal im Landesplattenberg?

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3 Kommentare

  1. Juni 21st, 2011, 08:12
    Magda Menson sagt

    Das ist doch der Schiefertafel-Schiefer!!! Habe doch tatsächlich in der ersten Klasse noch darauf geschrieben und mir mit dem Gequitsche die Ohren strapaziert. Nein, nein, es war nicht im vorletzten Jahrhundert, das ist gar nicht soooooo lange her.

  2. Juni 26th, 2011, 08:14
    Alois sagt

    Waren schon die Römer vergesslich?
    Ich war letzthin im Vindonissa-Museum in Brugg. Dort waren herzige, nur ein paar Zentimeter grosse römische Schreibtäfelchen aus Schiefer ausgestellt, die zu kleinen mehrseitigen Taschenbüchern zusammengebunden werden konnten. Sie erinnerten irgendwie an unsere Einkaufszettelchen, die wir im Supermarkt dabei haben. Waren die Römer schon vergesslich? Wie auch immer – irgendwo habe ich noch gelesen, dass die Römer die Schiefer von Engi im Kanton Glarus schon kannten.

  3. Juni 29th, 2011, 11:20
    Ludwig sagt

    Über die Tour de Suisse hatten wir in diesem Blog schon Beiträge. Am Samstag 2. Juli beginnt nun die grösste Rundfahrt im Radsport, die Tour de France.
    Und wer fährt mit nebst Fabian Cancellara, Andy Schleck, Frank Schleck und Alberto Contador? Eine zirka 50 cm hohe Schiefertafel. Darauf werden den Fahrern an der Spitze fein säuberlich die Rückstände der Verfolger übermittelt. Um diese nette Aufgabe erfüllen zu können, sitzt Claire Pedrono mit Kreide und Schiefertafel bewaffnet auf dem Sozius eines flinken Motorrades. Über ihren «Traumjob» und die Reaktionen der Fahrer berichtet sie in einem kurzen Video: http://www.sportschau.de/sp/layout/jsp/komponente/mediaseite/index.jsp?datum=2010-07-15&id=103096#mbContent

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