Mai26

2011 führt der Giro d'Italia in der drittletzten Etappe ins alte "Goldgräber-Dorf" MacugnagaIm Laufe des >> Giro d’Italia überqueren die Fahrer mehrfach die geologische Grenze zwischen dem europäischen und dem adriatisch-afrikanischen Kontinent. Merken tun sie davon genauso wenig wie Sie, wenn Sie von Luzern nach Locarno fahren. Die Grenze verläuft nämlich unmittelbar nördlich von Locarno durch’s Tessin. Die sogenannte >> Insubrische Linie erstreckt sich am Südrand der Alpen über 700 km vom Pannonischen Becken (Ungarn) im Osten bis in die nördlichen Seealpen westlich von Turin. Die riesige Störungszone ist vor rund 30 bis 20 Millionen Jahren entstanden.

Die drittletzte Etappe des Giro führt morgen Freitag von Bergamo nach Macugnaga, ein Stück entlang des Lago Maggiore und zuletzt bis hinauf ans Ende der Strasse im Valle Anzasca – nur drei Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Vom Walser-Dorf Macugnaga aus geniesst man einen genialen Ausblick auf die Monte-Rosa-Gruppe und deren eindrückliche Ostwand. Die Radfahrer werden dieses Ziel auf den letzten kurvenreichen, stetig ansteigenden 30 km immer wieder vor Augen haben – sofern sie den Blick von der Strasse heben…

Das Valle Anzasca dürfte die goldreichste Gegend Italiens sein. In der >> Miniera della Guja bei Macugnaga wurde während 300 Jahren Gold abgebaut. Der Etappensieger wird bei der Bergankunft aber trotzdem nicht mit Gold überschüttet – sondern muss sich mit (immerhin) 11010 Euro Siegerprämie, -strauss und -küsschen begnügen.

Nichts gegen eine nette Velotour, aber mir wäre die Stramplerei viel zu anstrengend :-) ich geniesse die Landschaft lieber auf Schuster’s Rappen, da bleibt mir auch Zeit zum Rumschauen. Und Sie?

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3 Kommentare

  1. Mai 26th, 2011, 10:06
    Mona Lisa sagt

    Das stimmt, die übertreiben es ja auch. Hat mit Sport nicht mehr viel zu tun. Ich fahre aber sehr gerne mit meinen Bike durch die Gegend. Etwas Bewegung kann ja nicht schaden und dabei kann ich die Natur noch geniessen.

  2. Mai 27th, 2011, 20:31
    drea sagt

    nachdem das Wetter südlich der Alpen auch nicht viel besser und genauso verregnet grau war, dürfte sich die tolle Aussicht auf den Monte Rosa in Grenzen gehalten haben. Aber der Italiener Paolo Tiralongo hat sich auch so über seinen Etappensieg gefreut.

  3. Mai 29th, 2011, 10:32
    Gregario sagt

    Paolo Tiralongo (nach meinen geringen Italienischkenntnissen heisst das wohl “lange ziehen” oder vielleicht im übertragenen Sinne auch “lange an etwas herummachen, bis es endlich klappt”), ein 33-jähriger Italiener, hat zum ersten Mal in seiner Karriere eine Etappe des Giro gewonnen.
    Paolo ist ein sogenannter Gregario (ein Grauer, Unscheinbarer, “einfacher Soldat”; der Ausdruck wird im Radsport wirklich verwendet): Seine Aufgabe ist in erster Linie, seinem Chef im Radfahrerfeld gute Verhältnisse zu schaffen, zum Beispiel Tranksame zu bringen, einen “gemütlichen” Windschatten für seinen Chef zu machen oder ihm kurzerhand eines seiner Räder zu geben (sofern den Rädern des Chefs die Luft entweicht!).
    …. also halt tausend Hilfestellungen für seinen Vorgesetzten zu leisten – das kennt ja jeder in ähnlicher Form aus seinem Berufsalltag auch! Schön für Paolo, dass er jetzt so toll belohnt wurde.

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