Feb01

Drei Jahre lang hat es sehr viel geregnet – dann kam der Berg. Es war gegen Abend am 2. September 1806, als sich am Rossberg über Goldau eine grosse Nagelfluhschicht löste und ins Tal donnerte.

Anders als vom Flimser Bergsturz gibt es von diesem Ereignis sehr genaue >> Informationen. So wissen wir zum Beispiel, dass 457 Menschen starben und 323 Nutztiere getötet wurden. Egal ob wir auf der Autobahn vorbeifahren oder am Bahnhof umsteigen, das Abrissgebiet am Rossberg ist auch heute noch gut erkennbar. (>> Vorbeiflug mit Ju-52)


Wie ist es zu dieser Katastrophe gekommen?

Der Rossberg besteht aus einem Wechsel von Nagelfluh-, Sandstein- und Mergelschichten der Unteren Süsswassermolasse. Bei dieser Molasse handelt es sich um 30 bis 22 Millionen Jahre alte Ablagerungen in riesigen >> Schwemmebenen im Vorland der werdenden Alpen. Je nach Fliessgeschwindigkeit und Sedimentfracht lagerten sich Kiesschichten oder Sand- und Tonschichten ab. Verlagerte sich ein Flussarm, entstand im alten mit Kies gefüllten Flusslauf zum Beispiel eine feinkörnigere Lage. Vor gut 10 Millionen Jahren dann wurden diese weitläufigen Schichten im Rahmen der Alpenfaltung gestaucht, übereinander geschoben und schräg gestellt. Während den Eiszeiten verloren die obersten Nagelfluhschichten oberhalb Goldau durch Erosion ihren Fuss.

Rossberg Nagelfluh BergsturzIn den regenreichen Jahren am Anfang des 19. Jahrhunderts saugten sich die Mergelschichten voll, bis ihre Aufnahmekapazität erschöpft war, beziehungsweise sie das Gewicht der Nagelfluhschicht nicht mehr zu tragen vermochten, die ja im unteren Teil nicht mehr gestützt war. Wie auf einer Rutschbahn glitt ein Gesteinspaket von 60 bis 100 Meter Dicke auf den schmierigen Mergeln ab, sauste 1000 Höhenmeter ins Tal und zerstörte alles Leben am Fuss des Berges. Im Lauerzersee entstand in der Folge eine grosse Flutwelle – heute besser bekannt als Tsunami. Mit etwa 40 Millionen Kubikmeter war das Volumen in Goldau rund 300 mal kleiner als jenes vom Flimser Bergsturz.

Noch heute prägen die teils haushohen Felsblöcke die Landschaft in und um Goldau.

Lassen Sie sich bei einem Spaziergang zum Goldseeli (ca. 1 Stunde ab Bahnhof Goldau) oder einem Ausflug in den >> Tierpark von den Felsblöcken beeindrucken!

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3 Kommentare

  1. Februar 1st, 2011, 23:58
    Frieda sagt

    Toll, dass hier regelmaessig soviel geschrieben wird.

  2. Februar 2nd, 2011, 22:55
    Giovanni Giovaisse sagt

    Esche supper machde Mamma. Giovanni schowaisse no de Flug, ische si molte bene! Nurre de Pilote ische bitzeli xi eini lahmfudeli…ische faschde alli vo di immel gheit. Nidde comme stei…comme wellblech!!!

    Arrivederci azzurri…molto gruzz!!!

    Giovanni

  3. Februar 3rd, 2011, 22:33
    Troy McClure sagt

    “Raindrops keep falling on my head”… – Das bekommt hier eine ganz neue, makabre Bedeutung…

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