Jan11

Das Hauptbeben dauerte eine ganze Minute lang – was in so einem Fall eine halbe Ewigkeit ist, zumal man ja nie weiss, ob nach 4 Sekunden Ruhe das Rütteln nicht doch nochmals weiter geht. Am 12. Januar 2010 erschütterte ein Erdbeben mit Magnitude 7 den haitianischen Teil der Insel Hispaniola.

Der Erdbebenherd lag etwa 15 km in der Tiefe, das Epizentrum (roter Kreis; also der Ort an der Erdoberfläche, der senkrecht über dem Herd liegt) rund 25 km süd-östlich der Hauptstadt Port-au-Prince.

Wieso rüttelte es hier so heftig?

In Haiti grenzen die Karibische und die Nordamerikanische Platte aneinander. Sie gleiten seitlich rund 20 mm pro Jahr aneinander vorbei. Gleichzeitig kommt es aber auch zu mehr oder weniger Nord-Süd-gerichteten Stauchungen. Die West-Ost-Seitwärts-Bewegung (rote Pfeile) wird durch den Fluss gut sichtbar, der an der Störung nach Westen hin abknickt, einige Kilometer parallel dazu verläuft, bevor er wieder nach Norden knickt (blaue Pfeile) und ins Meer mündet.

Beim grossen Erdbeben vor einem Jahr löste sich nun auf dieser Grenzfläche zwischen den beiden Kontinentalplatten aufgestaute Energie und führte zu einem Versatz von 2 Meter.

>> Erdbeben pflanzen sich in der Regel in der Verlängerung von >> existierenden Störungen fort. Es ist also leider nur eine Frage der Zeit, bis das nächste heftige Erdbeben die Insel erschüttert.

Bilder und Berichte zum Erdbeben von Haiti finden Sie beispielsweise auf dem >> Videoportal (Erdbeben Haiti in Suche eingeben) des Schweizer Fernsehens. «Einstein» widmete Haiti am 6.1.2011 eine ganze Sendung.

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5 Kommentare

  1. Januar 11th, 2011, 15:39
    Mona Lisa sagt

    Bei aller Tragik denke ich auch an die Tiere im Erdreich. Was passiert mit denen bei starken Erdbeben?

  2. Januar 11th, 2011, 17:12
    drea sagt

    Liebe Mona Lisa
    gute Frage. Wussten Sie übrigens, dass der Regenwurm von Pro Natura zum Tier des Jahres 2011 gekürt worden ist?
    Grundsätzlich nimmt die Bodenbeschleunigung bei einem Erdbeben gegen die Tiefe hin ab, aber die Tiere halten sich in den Oberflächenschichten auf und so wird auch das eine oder andere Tier unter Trümmern verschüttet. Es gibt aber immer wieder Meldungen, wonach die Tiere wenige Tage oder Stunden vor einem Erdbeben ihre Baue und Reviere verlassen und sich in Sicherheit bringen. Nur leider lassen die bisherigen Beobachtungen trotzdem noch keine verlässliche Vorhersage zu. Ich vermute aber, dass ein Kaninchenbau in einem Feld ein Erdbeben gut übersteht, weil es ja von schützender Erde umgeben ist.

  3. Januar 11th, 2011, 21:22
    Ludwig sagt

    Noch immer liest man von Tod und Armut in Haiti. Weiss jemand, ob es in der Schweiz irgendwelche “faire Produkte” zu kaufen gibt, um die Bevölkerung dort indirekt zu unterstützen?

  4. Januar 12th, 2011, 16:03
    Hildegard sagt

    Lieber Ludwig
    Leider kenn ich in der Schweiz auch nichts. Aber wenn du mal in Reutlingen (bei Tübingen) bist, dort gibt es offenbar “fairen Kaffee” aus Haiti zu kaufen:
    http://weltladen-reutlingen.de/index.php/component/search/haiti?ordering=&searchphrase=all

  5. Januar 24th, 2011, 14:25
    Ursli sagt

    Liebe Mona Lisa
    ich glaube, wenn die Bauern bei uns Felder umpflügen und dabei Krähen, Spatzen oder Reiher warten, dann werden die Tiere im Erdreich viel eher dezimiert als bei einem Beben. Wenn in Haiti ein Gemüsegarten, eine Bananen- oder Ananasplantage etwas hin- und hergeschoben wird, können zwar Bauten einstürzen und vielleicht ein paar Mauslöcher zusammenfallen, aber kaum ein Bodenbewohner wird zu Schaden kommen – es sei denn ein Betonhaus stürzt in den Vorgarten. Da können schon ein paar Mäuse, Ratten oder Würmer erdrückt werden…

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