Mai14

Bock auf Steine - Werbeflyer für das Festival "erlebnis geologie" mit einem jungen SteinbockDer Slogan auf der Werbepostkarte für das Festival „erlebnis geologie“ vom 7.–9. Juni hat mich aufs heutige Thema gebracht. Auf der Postkarte sieht man einen Steinbock und die Frage „Bock auf Steine?“. Ich finde das Wortspiel total passend. Zudem, Berge sind Geologie und der Steinbock gehört heute selbstverständlich zu einer Bergwanderung. Das war nicht immer so. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Steinbock im Alpenraum ausgerottet, seinen imposanten Hörnern wurden allerhand Kräfte zugedacht. Der italienische König hielt sich noch ein Rudel für die Jagd, doch er wollte keine seiner Tiere auf Anfrage zur Wiederansiedlung abgeben. 1911 war es dann trotzdem so weit. Die ersten Tiere aus der Zucht von illegal beschafften Jungtieren konnten in die Alpen entlassen werden. Heutzutage sind die Steinböcke über den gesamten Alpenkamm wieder heimisch. Steinböcke sind gute Kletterer. Ihre Hufe haben aussen eine harte Schale und innen haftende, weiche Ballen. Damit können sie problemlos sehr Steile Wände durchklettern.

Übrigens, das Alter eines Steinbockes lässt sich nicht anhand der Knoten am Gehörn ablesen sondern an den Jahrringen, die auf der inneren Krümmung des Horns besser erkennbar sind; meist bilden sich pro Jahr nämlich gar zwei Knoten.

Keine Angst, ich werde jetzt nicht in die Biologie abrutschen und nacheinander über Steinadler, -marder, – kauz, -huhn, -beisser (ein Fisch) etc. berichten.

Erzählen Sie mir dann von Ihrem Besuch bei erlebnis geologie – welchen Event haben Sie besucht?

Kommentar schreiben/lesen

Mai07

Blick in die Ausstellung im Bergwerk Herznach. Lebensbild mit Jura-Ammoniten.Am letzten Sonntag war die neue Ausstellung im Bergwerk Herznach erstmals öffentlich zugänglich. Jetzt haben die Ammoniten ein neues schönes Zuhause erhalten und auch für die lokale Geologie und die Bergwerksgeschichte ist Platz.

Das Eisenerzvorkommen war schon in spätrömischer Zeit bekannt und wurde genutzt. Zwischen 1200 und 1750 bauten Bauern das Erz im Fricktal ab. 1932 wurde ein Bergwerk eröffnet, das 1967 aus wirtschaftlichen Gründen wieder geschlossen wurde. Der verhältnismässig hohe Gehalt an Schwefel und Phosphor machte eine weitere Verhüttung in der Schweiz unrentabel. In dieser letzten, gut 30-jährigen Abbauphase wurden im Bergwerk insgesamt 1,7 Millionen Tonnen Erz abgebaut; aus dem daraus resultierenden Eisen hätte man 67 Eiffeltürme bauen können. Das markante Betonsilo hatte ein Fassungsvermögen von 1000 Tonnen Erzgestein.

Wandprofil mit Eisenerzschicht von Herznach.Die 2 bis 7 m mächtige Erzschicht besteht aus Eisenoolith – 0.5 bis 1mm grosse Kalk-Kügelchen mit einem Eisengehalt von 25 bis 30%, die ihren Ursprung vor 160 Millionen Jahren im Meer der Jurazeit hatten. Ooide entstehen im wellenbewegten Strandbereich. Das Eisen stammt vom Festland, wo es aus Gesteinen herausgewaschen wurde und im Meer in Form winziger Limonit-Kristalle wieder auskristallisierte und sich an den Kalk-Kügelchen anlagerte. Wie viele andere Jura-Schichten ist auch die Erzschicht reich an Fossilien – die „rostigen“ Ammoniten sind auf jeden Fall schön anzusehen.

Das Bergwerksmuseum hat immer am ersten Sonntag im Monat geöffnet.

Kennen Sie ein Bergwerk, das Sie beeindruckt hat?

Kommentar schreiben/lesen

Apr30

Hufförmiger Querschnitt durch eine Kuhtrittmuschel im DachsteinkalkKann es sein, dass es schon vor 210 Millionen Jahren Kühe gegeben hat? Nein, was aussieht wie der Abdruck eines Kuhhufs ist der Querschnitt durch eine fossile Muschel. Die Kuhtrittmuscheln, wie Megalodonten häufig genannt werden, lebten in der späten Trias-Zeit im flachen, warmen Meer. Sie dürften Riff-Ränder und Hinterriffbereiche besiedelt haben. Da Megalodonten oft in Lebendstellung gefunden werden, bei der beide Klappen noch aneinander sind, nimmt man an, dass die Muscheln halb im Sediment eingegraben lebten.

Die Kuhtrittmuscheln findet man vor allem in den Nördlichen Kalkalpen, im gebankten Dachsteinkalk. Den Namen verdanken die Muscheln ihrem Querschnitt; die dickschaligen Muscheln besitzen stark gewölbte Wirbel und dicke Schlossplatten, was bei einem entsprechenden Schnitt an den Hufabdruck einer Kuh erinnert.

Dachsteinkalk; gut sichtbar sind die zahlreichen Muscheln (Kuhtrittmuschel, Megalodon)Früher sprach man diesen Kalksteinen einen Abwehrzauber zu gegen Böses, weshalb man sie gerne als Fundamentsteine verwendete. Dies kann noch auf einigen Almhütten in Österreich und Oberbayern beobachtet werden, wo die Gesteine in der Nähe vorkommen.

Keine Megalodonten, aber den Ammoniten Leioceras können Sie an der BEA im TimeRide kennen lernen. Bea ist mir ihrer Kuh Lea bereits unterwegs.

Ob Kuh Lea im Berner Asphalt Abdrucke hinterlassen hat – oder nur (dampfend) auf dem Boden?

1 Kommentar »

Apr23

Surrende Bewohner von Lav-a und Izzy in TwistoxiaEin riesiger Feuerplanet aus brodelnder Lava und einzelnen Inseln aus erstarrtem vulkanischen Gestein – das soll Lav-a sein, der grösste Planet in Twistoxia – bewohnt von kurrligen drei-äugigen Kreiseln. Weil es so heiss ist auf dem Planeten, können die Kreisel wechseln zwischen Bauchlage und Kopfstand. Auch unsere Erde war vor etwa vier Milliarden Jahren eine unwirtliche, heisse Kugel aus riesigen Magmaseen. Eine äussere Schicht kühlte ab, feste Erdkruste entstand.

In Twistoxia gibt es noch einen weiteren Planeten, der geologisch interessant und äusserst wertvoll ist; der kleine Dimantplanet Izzy. Auf seiner glitzernden und spiegelglatten Oberfläche tanzen hübsche lila-farbene Ladies. Und weil die Diamantoberfläche so glatt ist, finden sie kaum Widerstand und drehen und drehen mit viel Ausdauer. Selbst über Diamant-Monde verfügt Izzy. Sowohl der Hauptdiamant als auch seine Trabanten verfügen über eine Eigendynamik, die so heute in unserem Universum nicht beobachtbar ist; kein Planet kann plötzlich aus eigenem Antrieb seine Umlaufbahn ändern. Da bräuchte es äussere Einflüsse, wie beispielsweise einen grossen Kometen, der durch seine Masse den Planeten anzieht und somit aus dessen Bahn werfen könnte, oder gar mit ihm kollidiert.

Was halten Sie von den kleinen Ausserirdischen?

Kommentar schreiben/lesen

Apr16

200 Millionen Jahre alte Garnellen-Gänge in Sandstein aus der Toskana.Haben Sie sich schon mal gefragt, wie das herzige rosa Tierchen in Ihrem Cocktail in der Urzeit gelebt hat? Shrimps, bzw. Garnelen leben entweder frei schwebend im Wasser oder in Bodennähe, wo sie sich im Schlamm am Meeresboden eingraben. Solche Grabgänge sind auch fossil erhalten. Die Gangsysteme sind viele Millionen Jahre alt und zeigen ein eindrückliches Wirrwarr.

Wenn die Gänge im schlammigen Boden mit Kalksand gefüllt wurden, im Laufe der Jahrmillionen zu Stein wurden und dann durch Erosion wieder freigelegt werden, bleiben die Gangfüllungen zurück. Dies, weil der versteinerte Kalksand härter ist als der versteinerte Schlamm. Was wir hier abgebildet sehen, ist also die versteinerte Gangfüllung.

200 Millionen Jahre alte Garnelen-Gänge aus der Toskana. Erhalten geblieben sind die Gangfüllungen, die aus Kalksandstein bestehen.Spurenfossilien können wichtige Hinweise geben auf die Lebensweise oder Fortbewegungsart früherer Lebewesen. Lebensspuren (Fressspuren, Wohngänge) am Meeresboden zeigen, dass genügend Sauerstoff vorhanden war. Spurenfossilien können aber auch einfach schön und ästhetisch sein.

Die internationale Wanderausstellung Fossil Art zeigt Spurenfossilien, die durch ihre Schönheit bestechen. Die Ausstellung kann noch bis Mitte Mai an der ETH bei focusterra besichtigt werden. Hier können die fossilen Spuren erstmals auch „begriffen“ werden; man sieht bekanntlich nicht nur mit den Augen, sondern manchmal auch mit den Händen. Wie fühlen sich die Gesteine, die Strukturen an? Erfühlen Sie es selber!

Haben Sie die Ausstellung schon gesehen und „begriffen“ – was hat Ihnen am besten gefallen?

Kommentar schreiben/lesen

Apr09

Schwarzer Turmalin - Schörl. in der Aufsicht ist das trigonale System gut zu erkennen. Kristalldurchmesser ca. 10cm.Sie werden sich vielleicht fragen, was Fussball mit Turmalinen zu tun hat. Sehr viel! Gewisse Männer sind nämlich ganz scharf auf die Klunker. Vor allem wenn es sich um die 21 Turmaline in Deutschlands begehrtester Salatschüssel handelt, wie die Meisterschale in der Fussball-Bundesliga auch genannt wird.

Dieses Jahr darf sich auch ein Schweizer mitfreuen. Xherdan Shaqiri wird in seiner ersten Saison beim FC Bayern München Deutscher Fussballmeister 2013.

DEN Turmalin als solches gibt es nicht. Es handelt sich bei den Mineralen um eine Mischreihe; Rosa Turmaline. das Gesteinsstück ist etwa 5cm gross.mehrere Elemente im trigonalen Kristallsystem lassen sich fast beliebig austauschen und ergeben eine grosse Anzahl ähnlicher Minerale. Der schwarze Eisen-Turmalin Schörl ist am häufigsten. Dekorativer ist der Wassermelonenturmalin, wo das rote Innere mit einer grünen Hülle umwachsen ist. Einige Turmaline zeigen Pleochroismus; je nach Blickwinkel auf die Längsachse erstrahlt der Kristall in einem anderen Farbton. Die Farbe kann sich aber auch effektiv entlang der Längsachse ändern, ohne optischen Effekt.

Turmaline werden als Schmucksteine genutzt, in der Elektronik und dünne Scheiben als Polarisatoren in der Mikroskopie.

Die Deutsche Bundesliga ist dieses Jahr früh entschieden, wer glauben Sie wird Meister in der Schweizer Super League?

1 Kommentar »

Apr02

Die Torres del Paine - eine markante Berggruppe im gleichnamigen Nationalpark im Süden Chiles (Patagonien)Die Torres del Paine in Patagonien sind geologisch einmalig. Die Torres (Türme) bestehen aus hellen, kristallinen Tiefengesteinen mit einer Haube aus dunklen Sedimenten. Auch Trekking-Freunde finden in diesem Nationalpark im Süden Chiles viele Möglichkeiten. Am Südende der Anden liegen die bis zu 3000 m hohen Torres del Paine über einer Subduktionszone. Hier taucht die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Kontinentalplatte.

Bei der Subduktion in der Tiefe frei gesetztes Wasser aus den abtauchenden Meeressedimenten schmilzt überlagerndes Gestein partiell auf. Im Falle der Torres del Paine blieb das Magma während seines Aufstiegs in der Erdkruste stecken und erstarrte. Andernorts entlang der Andenkette bildeten sich zahlreiche Vulkane in denen das Magma in Form von Lava austritt.

Torres del Paine, Chile. Granitintrusion in SchwarzschieferErosion hat die in der Tiefe erstarrten magmatischen Gesteine im Laufe der Jahrmillionen an die Oberfläche gebracht; rundherum noch von Schwarzschiefer-Resten umgeben, ursprünglich ein marines, feinkörniges Sedimentgestein, in welches das Magma intrudierte, d.h. eindrang. Mit genügend Vorstellungskraft lässt sich die dreidimensionale Form erahnen. Die Intrusionsgesteine sind mit 13 Millionen Jahren relativ jung und heben sich farblich sehr gut vom dunklen Umgebungsgestein ab. Wissenschaftler konnten fünf Generationen von Magmen ausmachen, die sich chemisch unterscheiden und die über einen Zeitraum von lediglich 150’000 Jahren eindrangen.

Waren Sie schon mal im Torres del Paine Nationalpark – ich würde diese Berge gerne mal selber sehen…

2 Kommentare »

Time Ride - Die Reise in die Tiefe



Die Lösung

Archiv