Jan10

Gletscher haben mit ihrer Kraft die Landschaften unseres Planeten mitgestaltet. Sie sind für viele Täler, Seen und Hügel verantwortlich und sind gigantische Süsswasserspeicher.

Santa Cruz-Perito Moreno Gletscher; © Mariano Cecowski, CC BY-SA 3.0

Der Perito Moreno Gletscher in Argentinien; © Mariano Cecowski, CC BY-SA 3.0

Wie Gletscher entstehen

Gletscher entstehen dann, wenn mehr Schnee fällt als verdunstet oder abtaut. Es sind keine besonders kalten Winter erforderlich, denn bei mildem Frost kann die Luft mehr Wasserdampf enthalten und daher stärkere Schneefälle als bei tieferen Temperaturen hervorbringen. Die Quantität des Schneeüberschusses ist weniger wichtig als die Qualität, sie entscheidet lediglich wie schnell sich der Gletscher entwickelt. Fallen auf den bereits vorhandenen Schnee weitere Niederschläge, werden die unteren Schneeschichten durch Metamorphose immer weiter zusammengedrückt.

Gletscher Entstehung

Entstehung von Eis

Die Metamorphose des Schnees zu Gletschereis vollzieht sich in mehreren Stadien. Beim frisch gefallenen Schnee schmelzen als erstes die Spitzen der sternförmigen Kristalle, wodurch der Schnee körnig wird. Hierbei wird die Schneemasse dichter und gleichzeitig fester. Der Druck des sich auflagernden Neuschnees trägt zur Verwandlung bei. Wenn dieser Vorgang mehrere Jahre angehalten hat, verfestigt sich dieser körnige Schnee zu Firn. Durch den Druck der darüber liegenden jüngeren Schneemassen kristallisieren sich die Firnkörner zu einem festen Gefüge von Gletschereis.  Ab einer bestimmten Mächtigkeit beginnt der Gletscher durch seine Schwerkraft zu fliessen.

Unterschiedliche Phasen der Vergletscherung

Immer wieder gab es Phasen im Laufe der Erdgeschichte, in denen das globale Klima für eine gewisse Dauer verhältnismässig kalt oder warm war. Die Eiszeiten sind im Vergleich zu den Warmzeiten kurz. Es gab, je nach Definition, etwa vier bis sieben Eiszeitalter, die das Bild der Erde prägten.

Eiszeitalter sind Zeitabschnitte der Erdgeschichte, in denen mindestens ein Pol der Erde vergletschert ist, oder wenn in der nördlichen und südlichen Hemisphäre ausgedehnte Vergletscherungen vorherrschen.

Nach der ersten Definition befindet sich die Erde seit etwa 30 Millionen Jahren im aktuellen Känozoischen Eiszeitalter, da seit dieser Zeit die Antarktis vergletschert ist. Nach der zweiten, engeren Definition begann die derzeitige, bis heute andauernde Eiszeit erst vor etwa 2’7 Millionen Jahren, als auch die Arktis vergletscherte. Sie entspräche damit annähernd dem geologischen Zeitabschnitt Quartär.

Eine gewaltige Eiszeit beherrschte die Erde vor rund 2’3 Milliarden Jahren im Paläoproterozoikum. Später, vor circa 250 Millionen Jahren im Paläozoikum, kam es wieder zu einer starken weltweiten Vergletscherung und die letzte Eiszeit des Känozoikums hält immer noch an.

Klima im Lauf der Erdgeschichte; © Wikimedia

Klima im Lauf der Erdgeschichte; © Wikimedia

Eine Eiszeit wird zwar als Kaltzeit bezeichnet, unterliegt aber dennoch klimatischen Schwankungen: Man unterscheidet kalte Perioden, die sogenannten Glaziale und warme Perioden, die Interglaziale. Die genauen Ursachen von Eiszeiten ist noch nicht geklärt. Sicher erscheint jedoch, dass dabei die Position und Entfernung der Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne eine grosse Rolle spielen und die Sonnenaktivität. Als irdische Ursachen werden das Öffnen oder Schliessen von Meeresstrassen, die Bildung von Hochgebirgen und Vulkantätigkeiten angenommen.

Astronaut photo of ash cloud from Mount Cleveland, Alaska, USA; © gemeinfrei

Astronautenfoto einer Aschewolke am Mount Cleveland, Alaska, USA; © NASA, gemeinfrei

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Dez31

Zischende Geysire, dampfende Vulkane, blubbernde Solfataren, bizarre Lavalandschaften, heisse Quellen und mystisch, einsame Westfjorde, eine zerklüftete Ostküste, der grüne Süden, das reiche Walbeobachtungsgebiet im Norden und das Hochland im Zentrum der Insel: Das alles ist Island! Man findet verschiedene Vulkanarten, denn Island liegt geologisch auf zwei sich bewegenden Platten. Aufgrund dieser Bewegung sind Spaltenvulkane der häufigste Vulkantyp der Insel. Islands Lage auf dem mittelatlantischen Rücken sorgt für die vulkanischen und geothermischen Aktivitäten. Daher gibt es viele aktive Zonen, die bis zu 100 km lang und 10 km breit sind. Entlang dieser Zonen dringt Magma hervor und erstarrt zu Kruste. Wie der “Grimsvötn”, kann ein Vulkan aber auch unter einem Gletscher liegen, hier dem Vatnajökull. In einem solchen Fall sind die Risiken besonders gross, denn plötzliche Schneeschmelzen können Schlammströme auslösen.

Islandkarte Island Karte: Vulkanausbrüche
v.l.n.r.: die Nordatlantikinsel Island: Topografie und Verteilungskarte der Vulkanausbrüche der letzten 100 Jahre

Die Nordatlantik-Insel breitet sich 100’000 km2 aus mit Hvannadalshnúkur, der 2119 m emporragt und unter Europas grösstem Gletscher, dem Vatnajökull (8000 km2) liegt. Insgesamt 11% der Insel ist vergletschert. Die Landschaft ist einerseits durch Vulkanismus geprägt, andererseits auch durch Wasserreichtum. So gibt es viele Flüsse, Seen und Wasserfälle. Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet andererseits eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt. Die Gewässer um Island sind besonders fischreich, da der warme Irmingerstrom (Golfstrom) und der kalte Ostgrönlandstrom vor der Küste aufeinandertreffen. Zudem ist das Wasser kaum mit Giftstoffen belastet. Pflanzen wachsen bis zu einer Tiefe von 40 m und in den Gewässern um Island leben rund 270 Fischarten. Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island etwa 50’000 Zwergwale und 17’000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230’000 geschätzt.

Island: Sylvester in Reykjavik  Isalnd: Geysir
v.l.n.r.: Sylvester in Reykjavik, Geysir; © Wikimedia 

Isoliert im Nordatlantik gelegen, ist Island raschen Wetterumschwüngen unterlegen und vier Jahreszeiten an einem Tag sind keine Seltenheit. Doch egal welches Wetter herrscht, Island ist immer in Badestimmung. So locken über 600 natürliche Quellen und viele Schwimmbäder mit 35°C warmem Thermalwasser. Wer zu der Weite und Ruhe noch Abwechslung sucht, ist in der Hauptstadt Reykjavik gut aufgehoben.

Für den Jahreswechsel ist Island eine gute Wahl – erdwissen wünscht Euch, liebe Leserinnen und Leser einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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Dez27

Tabgha ist eine Ortschaft am Nordufer des Sees Genezareth im biblischen Galiläa, im nördlichen Teil Israels. Es ist der Austrittspunkt mehrerer Quellen, die in den See münden und eine christliche Pilgerstätte, die mit der überlieferten Brotvermehrung Jesus in Verbindung gebracht wird.

Blick vom Arbel Kliff auf den See Genezareth ©  Creative Commons 2.0

Blick auf den nördlichen Teil des Sees Genezareth © Creative Commons 2.0

Die Gegend um den See spielt im Neuen Testament eine bedeutende Rolle. Viele Begebenheiten in den Evangelien ereigneten sich hier. Drei unterschiedliche Länder stiessen damals an den See: Das Gebiet von Herodes Antipas im Westen, das von Philippus im Nordosten, wo Betsaida lag und die Dekapolis im Südosten mit zehn unabhängigen Städten.

Das ursprüngliche Gebiet Kafer Nahum (Kapernaum) erstreckte sich von Tabgha bis zum Jordan. Das einstige Fischerdorf am See Genezareth, war eine wichtige Wohn- und Wirkungsstätte Jesus. So fand die berühmte erste Brotvermehrung (Joh. 6, 2-14; Luk. 9, 11-17; Mark. 6, 33-46; Matth. 14, 13-23) hier statt.

Der See Genezareth liegt im nördlichen Abschnitt des Jordan-Grabens, der zum Grossen Afrikanischen Grabenbruch gehört. Er ist mit 212 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefst gelegene Süsswassersee der Erde und misst an seiner tiefsten Stelle 46 Meter.

Das Grosse Ostafrikanische Grabensystem Der Jordangraben als Ausläufer des Afrikanischen Grossen Grabens, Satellitenbild

Rund um den See treten heisse Quellen aus dem Boden. Dabei werden zwei Gruppen unterschieden: solche mit einem hohen Kalzium-Gehalt, wozu die Quellen in Tabgha, Fuliya und Tiberias gehören und solche mit einem hohen Magnesium-Anteil, mit Quellen an der Süd-Ostseite des Sees, in Gofra, Ha’On und Hamat Gader. Schon in der Antike war die Gegend um den See Genezareth wegen dieser Quellen ein beliebtes Erholungsziel.

Die sieben Quellen von Tabgha selbst sind in ihrem Salzgehalt und in ihrer Temperatur sehr verschieden. Sie gehen auf tief ins Erdinnere reichende geologische Verwerfungen zurück. Die Grundwasser stammen überwiegend aus dem Oberen Aquifer und unterscheiden sich bezüglich der Chloridität (0,2 bis 2,4 g/l) und Temperatur (19 bis 39 °C). Grund dafür ist die Abhängigkeit der aufsteigenden Sole aus tieferen Krustenbereichen vom Mischungsgrad mit süssem Grundwasser.

 Die sieben Quellen von TabghaGeologie See Genezareth

Morphologie und Geologie des Drainagegebietes des Sees Genezareth, sowie der Lokation der Quellgruppen. Für Tabgha (pink), Fuliya (weiss), Tiberias (rot) und Gofra (blau) sind die jeweiligen Einzugsgebiete dargestellt. Die Verwerfungen (schwarz), die Bathymetrie des Sees (blau graduiert) und die Vorfluter (blau) eingezeichnet. 

Sowohl die Hydrochemie als auch die räumliche Verteilung der Solen variieren, so dass unterschiedliche Bildungszeiträume, Milieus und Entstehungsgeschichten angenommen werden müssen. Die Vorkommen der Solen und Evaporitkörper in post-triassischen Formationen zeigen, dass die folgende Betrachtung der erdgeschichtlichen Entwicklung in der südlichen Levante seit dem Mesozoikum entscheidend ist. Seit dem Quartär existierte im Jordan-Graben eine mehr oder weniger zusammenhängende Seenlandschaft. Die beiden Relikte des letzten, des Lisan-Sees sind der Süsswassersee Genezareth und das hypersaline Tote Meer. Die heutigen Bedingungen im Jordan-Graben sind vom Ausspülen der Solen durch modernes Niederschlagswasser und dem erstmaligen aktiven Eingreifen des Menschen in den Wasserhaushalt geprägt.

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Dez20

Schnee fasziniert die Menschen seit Urzeiten. Bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. stellten chinesische Gelehrte fest, dass Schneekristalle immer symmetrisch und sechseckig sind. Schneekristalle gelten als mathematisch-geometrische Meisterleitung der Natur, denn keine ihrer abermilliarden Variationen ist identisch. Selbst mit Computern war es bisher nicht möglich ihre Entstehung zu simulieren.

Beispiele von Schneekristall fotografiert von W. Bentley © W. Bentley, Public Domain

Beispiele von Schneekristallen fotografiert vom Farmer W. Bentley (1865 – 1931), der das Buch «Snow Chrystals» publizierte © W. Bentley, Public Domain

Schnee ist nicht einfach gefrorenes Wasser

Wenn die Temperatur in einer Wolke unter den Gefrierpunkt sinkt, beginnt Luftfeuchtigkeit sich an winzige Staub- oder Russpartikel anzulagern und auszukristallisieren. Es sind drei Faktoren notwendig: die Temperatur, die Feuchtigkeit und die Kondensationskerne. Die Schneekristalle wachsen dabei immer in sechseckiger Form. Das liegt an den Wassermolekülen, die nur im Winkel von 60° bzw. 120° aneinander andocken.

Obwohl es ganz klare Regeln für die Kristallbildung gibt, ist jeder Kristall ein Unikat, denn jeder Kristall hat seine eigene Geschichte. Das beginnt mit der Anlagerung von Luftfeuchtigkeit am jeweiligen Kondensationskern und je nach Temperatur nehmen die Kristalle danach unterschiedliche Formen an:

  • von 0 bis -3°C dünne Plättchen, teilw. Sterne oder Dendrite
  • -5 bis -8°C Prismen
  • -12 bis -16°C Schneesterne
  • unter -25°C hohle Prismen
Kristallbildung, Quelle: http://www.its.caltech.edu/~atomic/snowcrystals/

Schnee-Kristallbildung in Abhängigkeit der Temperatur

Wenn ein Schneekristall der Schwerkraft folgend nach unten schwebt, durchquert er Luftschichten mit einem anderen Temperaturregime, dabei lagern sich weitere Kristalle ab, die Prismen-, Nadel- oder Sternform haben können und so verändert der Kristall seine Form immer weiter.

Da die Bedingungen an der Eis-Luftgrenze, wo die verschiedenen Kristallarten entstehen, sehr komplex sind, war es bisher auch mit Hilfe von Computermodellen nicht möglich, diese umfassend zu simulieren. Als besonders schwierig galt vor allem die Simulation des gleichzeitigen Wachstums verschiedener Kristallformen während der Bildung der Arme der Dendritsterne.

Das Team um John Barrett vom Imperial College in London hat dieses Problem nun offenbar gelöst. Den Forschern ist es gelungen mit neu entwickelten Computermodellen, eine Vielzahl natürlicher Schneekristallformen zu simulieren, darunter plättchenförmige Eiskristalle, Prismen, hohle und geschlossene Säulen, Stäbchen und sogar Dendriten. Das Computermodell ermöglicht auch einen Einblick in die Art und Weise, wie die Kristalle entstehen.

Für die bevorstehenden Weihnachten wünscht erdwissen frohe und besinnliche Festtage!

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Dez13

Wintersonnenwende:

Der Dezember bringt uns die dunkelste Zeit im Jahr, mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember ist dann die Wende zu wieder längeren Tagen erreicht. Es ist kein Wunder, dass der “Sieg der Sonne über die Finsternis” in vielen Religionen eine wichtige Rolle spielte. Die Menschen der Steinzeit richteten ihre Bauwerke nach den Sonnenwenden aus und bei den Römern war die Wintersonnwende das Fest der unbesiegbaren Sonne. Auch unser Weihnachtsfest ist kein Zufall: Die frühe Kirche legte den Termin für das Fest von Christi Geburt genau auf diesen Tag. Die Einführung des gregorianischen Kalenders allerdings schob Weihnachten dann einige Tage nach hinten.

Mars und Venus leuchten abends, Jupiter am Morgen

In wolkenlosen Nächten können wir am Abendhimmel die scheinbare Verfolgungsjagd der Venus auf den Mars beobachten.

Bewegung der Venus und Mars im Dez-2016 Jupiter im Dez-2016

Links: Mars und Venus am Abendhimmel im Dezember 2016; rechts: der Jupiter am Morgenhimmel im Dezember 2016

Am auffallendsten ist die Venus, die ab dem späten Nachmittag als “Abendstern” leuchtet. Sie steht tief über dem Südwest Horizont und bekommt dort Gesellschaft vom rötlich leuchtenden Mars. Beide Planeten wandern im Laufe des Monats schräg nach oben bzw. nach Osten, der Mars wird dabei von der Venus verfolgt. Weil die Venus etwas schneller ist, kommt sie dem roten Planeten immer näher.

Am noch dunklen Morgenhimmel dominiert Jupiter. Er ist morgens nach dem Mond das hellste Licht am Himmel. Selbst in der Morgendämmerung können wir ihn noch gut erkennen. Mit einem kleinen Teleskop lassen sich auch seine vier grössten Monde beobachten. Wir finden den Jupiter am südlichen Himmel im Sternbild Jungfrau.

Wintersterne und Sternschnuppen-Regen

Am östlichen Himmel leuchten jetzt alle Wintersternbilder in voller Pracht. Die meisten von ihnen gehen spät in der Nacht auf und leuchten bis zum frühen Morgen.

Sternbilder im Dezember

Das komplette Wintersechseck im Dezember mit den 6 hellsten Sternen: Capella im Fuhrmann, die Zwillingen Kastor und Pollux, der kleine Hund Prokyon, Rigel im Orion, der rote Aldebaran als Auge des Stiers und der grossen Hund Sirius, der hellste Fixstern unseres Himmels.

Am bekanntesten ist Orion, der grosse Jäger mit seinem Gürtel aus drei hellen Sternen und dem rötlichen Schulterstern Beteigeuze. Nach der griechischen Mythologie wurde Orion von drei mächtigen Göttern gezeugt: Zeus, Poseidon und Hermes schenkten ihn dem alten Hyrieus zum Sohn, ausgebrütet in der erdbedeckten Haut eines toten Stiers. Der “Erdgeborene” war ein gefürchteter Jäger und Krieger, von riesenhafter Gestalt und umschwärmt und geliebt von allerlei Göttinnen. Orion selbst war in die Plejaden verliebt, denen er Nacht für Nacht am Himmel hinterhereilt. Die Göttin der Jagd, Artemis, tötete Orion – aus Eifersucht.

Das Sternbild Orion

Orion der grosse Jäger

Der rechte Fuss Orions ist Rigel, der hellste Stern des Sternbilds. Er ist etwa 800 Lichtjahre von uns entfernt. Er ist ein Gigant, eine Super-Sonne, deren Leuchtkraft unsere Sonne um das 46’000-fache übertrifft. Der Stern ist im Übergang zwischen blauem Riesen und rotem Überriesen. Im Orion entstehen auch neue Sterne. Ein Stern Entstehungsgebiet wie der Orionnebel M42 besteht aus einem Nebel aus Gas und Staub, die von den jungen Sternen zum Leuchten angeregt werden.

Der Orionnebel M42

Junge Sterne, bunte Nebel: Orion ist ein Stern Entstehungsgebiet, voller Nebel aus Gas und Staub, die von den jungen Sternen zum Leuchten angeregt werden. © Andreas Zoll

Schräg über dem Orion steht der Stier mit seinem auffallend roten Augenstern Aldebaran und dem V-förmigen Kopf. Der Kopf wird vom offenen Sternenhaufen der Hyaden gebildet. Über dem Rücken des Stiers leuchtet ein weiterer Sternhaufen – die Plejaden, oder das Siebengestirn.

Orion und Stier Orion & Stier mit den Plejaden

Ausschnitt aus dem Nachthimmel im Dezember: die Sternbilder Orion und Stier (rechts mit den eingekreisten Plejaden). Weltraumteleskop Hubble, © NASA/STScI

Und Mitte Dezember regnet es Sternschnuppen. Sternschuppen oder Meteoride sind Staubkörner, die mit grosser Geschwindigkeit in die Atmosphäre der Erde einfallen. Sie ionisieren dabei die Luftmoleküle, was helle Leuchtspuren hervorruft.  Der Meteoridenschauer der Geminiden hat am 13. Dezember seinen Höhepunkt. Seinen Namen bekam er, weil die Sternschnuppen aus dem Sternbild Zwilling (Gemini) zu kommen scheinen.

Sternschnuppen-Regen

Sternschnuppen-Regen

Ursache dieses Meteorschauers sind die Bruchstücke des kleinen Asteroids Phaeton, denen die Erde jedes Jahr in Dezember auf ihrer Bahn begegnet. Normalerweise bringen uns die Geminiden viele besonders helle Meteore. In diesem Jahr allerdings fällt ihr Höhepunkt mit dem Vollmond zusammen – viele der weniger hellen Sternschnuppen werden daher vom Mondlicht überstrahlt.

Wen es nach genaueren Himmelsbeobachtungen dürstet erhält mit der nachfolgenden Online-Version der Sternenkarte von AstroViewer ein tolles Werkzeug.

aktueller Sternenhimmel über Zürich

Aktueller Sternenhimmel über Zürich

Sternenkarte von AstroViewer®

Viel Spass beim Beobachten unseres imposanten Nachthimmels, wo dies noch möglich ist!

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Dez06

Fragt man Menschen nach der grössten Wüste der Welt wird spontan die Sahara genannt – aber ist sie wirklich die Grösste?

trockenwuesten

Eine Dünenkette in der Sahara, © Wikimedia

Eine Wüste ist ein vegetationsfreies Gebiet, im Falle einer Trockenwüste, weil zu wenig Regen fällt und keine Pflanzen wachsen können. Die bekanntesten Trockenwüsten sind die Sahara, die Gobi, die Taklamakan, die Kalahari, die Atacama und viele andere. Man unterscheidet je nach Substrattyp zwischen Lehmwüsten, Sandwüsten, Serir (Geröllwüste) und Hammada (Fels- und Steinwüste). Zu den Trockenwüsten zählt man auch die Salzwüsten. Sie entstehen in flachen Tälern und in Gegenden mit hoher Verdunstung. Was während der Regenzeit ein seichter Salzsee ist, wird in der trockenen Jahreszeit zu einer sogenannten Salztonebene. Die Salzdecke kann bis zu 30 m dick werden, z. B. im “Salar de Uyuni” in Bolivien. Der hohe Salzgehalt des Bodens verhindert dann nahezu jegliches Pflanzenwachstum.

Seltener denken wir an eine Eiswüste. Bei dieser ist es entweder zu kalt für eine Vegetation oder der Boden liegt unter einer tiefen Eisschicht. Eiswüsten gibt es vor allem in den Polarregionen und in einigen Hochgebirgen, zum Beispiel in den Anden und im Himalaya.

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Die Antarktis ist eine Eiswüste, © Wikimedia

Wüsten finden sich entweder im Innern der Kontinente, die Sahara in Nordafrika, oder die Gobi und Taklamakan in Ost- und Zentralasien, oder an der Westküste südhemisphärischer Kontinente, so die Nebelwüsten Namib im südlichen Afrika und die Atacama in Südamerika. Sie sind überwiegend natürlich und grossklimatisch bedingt. Fast 50 Prozent der Landoberfläche unseres Planeten werden von Trocken- und Eiswüsten eingenommen. Während die Trockengebiete in zwei Gürteln entlang der beiden Wendekreise um die Erde ziehen, sind die Eiswüsten jenseits der beiden Polarkreise zu finden.

Wüstenkarte

Die Trocken- und Eiswüsten der Welt

Und so erstaunt es nicht, dass die Antarktis mit einer Fläche von 13 Millionen km² vor der Sahara mit 8,7 Millionen km² Patz 1 aller Wüsten der Welt belegt!

>> Die Wendekreiswüsten

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Nov29

Jedem von uns ist klar: Um unsere Erde kreist EIN Mond. Die NASA bestätigt nun, dass es noch einen zweiten, viel kleineren Mond gibt. Es ist Asteroid 2016 H03 und er tänzelt regelrecht um die Erde, wie ein Klick auf die Grafik zeigt. Mit nur 36,5 Meter Länge und 91 Meter Breite “umkreist” er unentdeckt seit über 100 Jahren die Erde und wird wohl noch einige Jahrhunderte so weiter kreisen.

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Das Besondere am Asteroid 2016 HO3 : Er bewegt sich in einer ähnlichen Bahn um die Sonne wie die Erde. Dadurch sieht es von der Erde so aus, als würde uns 2016 HO3 wie ein Mond umkreisen. Normalerweise umkreisen Asteroide die Erde nicht sehr lange, so  der Asteroid 2003 YN107, der vor zehn Jahren von Astronomen entdeckt, aber unterdessen wieder verschwunden ist.

Erstmals gesichtet hat man 2016 HO3 am 27. April 2016 mit dem Pan-STARRS 1 Teleskop in Hawaii. Mit blossem Auge können wir den Mini-Mond nicht sehen. Laut NASA sind Asteroide, die unsere Erde auf dieselbe Weise umkreisen, keine Seltenheit.

Eine echte Konkurrenz für unseren “echten” Mond ist 2016 H03 nicht, nur schon wegen seiner fehlenden Leuchtkraft am Nachthimmel.

 

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Die Lösung

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