Mai22

Das «Binntälli» – so nennen die Einheimischen liebevoll ihre Heimat – zieht seit Jahrhunderten wegen seinen einzigartigen und spektakulären Mineralien Gelehrte, Forscher und Sammler aus der ganzen Welt an. Zwei im Jahr 1609 und 1714 datierte Urkunden des Gemeindearchivs bezeugen dies.

Der Schatz des Tales liegt im Berg, denn das Binntal ist eine der mineralienreichsten Regionen der Alpen.

Sphalerit oder Zinkblende aus der Lengenbach Grube im Binntal © Joan Rosell, CC BY-SA 3.0

Sphalerit oder Zinkblende aus der Lengenbach Grube im Binntal © Joan Rosell, CC BY-SA 3.0

Die Grube Lengenbach wurde im industriellen Massstab speziell für Forschung und Verkauf von seltenen Kristallen betrieben. Die Aktivität erreichte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit britischen Touristen als wichtigste Kunden, ihren Höhepunkt. Vor 50 Jahren begann eine zweite Abbauphase und heute wird die Mine nur noch hobbymässig von den Mitgliedern des “Vereins Freunde Lengenbach”, (VFL) betrieben.

Besondere Sulfosalz-Mineralien in Lengenbach

Die Mine ist besonders berühmt für seine sehr seltenen Kristalle von Schwefelverbindungen mit Arsen, Blei, Thallium und Silber. So wurden hier etwa 30 Mineralien zum ersten Mal entdeckt, wovon die Hälfte nur hier vorkommt. Es sind durchwegs kleine, sehr schön ausgebildete schwarze, gelbe oder rote Kristalle, eingebettet in schneeweissem Dolomit oder Calcit.

Die Geologie ist der Schlüssel

In der Tethys entstand eine Dolomit-Schicht mit Fe-, Blei und Zink-Sulfiden. Solcherart mineralisierte Dolomite sind in den Alpen sehr häufig. Während der Alpenfaltung kamen die “Binn-Dolomite” in Kontakt mit Kupfer (Cu), Arsen (As) und anderen Mineralien-führenden Gesteinsschichten. Auf dem Weg dieser Schichten an die Oberfläche veränderten sich die Temperatur- und Druckbedingungen, es kam zu Rekristallisationen. Vor allem Arsen und Kupfer entwichen in die wasserhaltige Phase. Diese mit Kupfer und Arsen gesättigte Wasserphase erreichte die Dolomit-Schichten, und so begannen sich Metall-Arsen Sulfide zu bilden. Typische Mineralien sind Arsenopyrit (FeAsS) statt Pyrit (FeS2), Sartorite (PbS2As4) statt Bleiglanz (PbS), usw.. Im Laufe der Zeit veränderten sich die hydrothermalen Wässer in ihrer chemischen Zusammensetzung und Mineralien mit  einem kleineren Arsen zu Schwefel Verhältnis –  wie z. B. Jordanit (Pb14As6S23) – bildeten sich. Als dann der Arsengehalt in den hydrothermalen Wässern am höchsten war, entstanden Kristalle wie Realgar (As4S4) und Auripigment (As2S3). Diese bestehen nur aus Schwefel und Arsen.

So kam es zur aussergewöhnlich reichen Vielfalt an seltenen Mineralien und es erklärt auch, warum sie nur in der Grube Lengenbach im Binntal und nicht in anderen Dolomit-Aufschlüssen zu finden sind.

Forschungsgemeinschaft Lengenbach, FGL
Das Binntal

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Mai15

Die Wanderung startet im Mineraliendorf Binn im Herzen des Landschaftsparks Binntal. Der Weg führt hinunter zum Weiler Ze Binne und zur Twingischlucht, einst Kernstück der Handelsroute von Grengiols nach Binn und weiter über den Albrunpass nach Italien. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit war die Schlucht ein schwierig passierbarer Abschnitt. Noch heute sind die Spuren der alten Römerstrasse sichtbar.

Im Jahr 1938 fuhr das erste Postauto durch die Twingi nach Binn. Aber erst 1964 mit dem Bau des zwei Kilometer langen Strassentunnels wurde Binn ganzjährig erreichbar.

Die Twingistrasse wurde vom IVS, Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz als Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft. Mit ihren Begrenzungsmauern, Entwässerungsrinnen und Tombinos (Schächte für die unterirdische Wasserabfuhr), sowie den Tunnels und der ungeteerten Fahrbahn ist sie ein wichtiges Beispiel historischen Strassenbaus, welches das Landschaftsbild prägt und den Pioniergeist vergangener Generationen verdeutlicht. Deshalb hat der Landschaftspark Binntal in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Binn und Ernen die historische Fahrstrasse durch die Twingi saniert.

Twingischlucht © Eddy Agten

Twingischlucht © Eddy Agten

Am anderen Ende der Wanderung ist Grengiols, berühmt wegen seinen einmaligen Wildtulpen, die jeweils im Mai auf einigen Äckern blühen. Die Tulpe von Grengiols wächst seit unbekannter Zeit in den Roggenfeldern rings um das Dorf und ist die einzige in der Schweiz endemische wildlebende Tulpenart. Im Dorf Grengiols nennt man die Tulpe “Römertulpe”.

Als eigentlicher Entdecker und Erstbeschreiber der Grengiertulpe gilt der Botaniker Eduard Thommen. Er hat 1945 die zwei bisher bekannten Formen der Grengiertulpen erstmals beschrieben. In älteren Dokumenten wurde noch eine rote Form beschrieben. Erst 2004 konnten Glur & Glenz diese rote Tulpe als dritte verschollene Unterform der Grengiertulpe bestätigen. Die rein gelbe Form ist die häufigste, die gelb-rotgestreifte Form ist gefährdet und die ganz rote Form ist extrem selten.

Tulipa grengiolensis, Grengiols/Wallis/Schweiz © Hans Stieglitz CC BY-SA 3.0

Tulipa grengiolensis, Grengiols/Wallis/Schweiz © Hans Stieglitz CC BY-SA 3.0

Das Züchten der Grengiertulpe ist schwierig. Dies haben sogar die holländischen Profi-Tulpenzüchter bestätigt. Auch die botanischen Gärten von Genf und Basel haben grosse Mühe, die Grengiertulpe zu vermehren.

Eine tolle Frühlingswanderung – ein Ausflug ins Goms lohnt sich:

Geführte Tulpenrundgänge in Grengiols
→ Wanderroute: Grengiols – Twingischlucht – Binn

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Mai08

Ein ≪fancy colored≫ oder farbiger Diamant ist jeder Diamant mit einer tiefen Farbe. Diamanten können sich in allen verschiedenen Farbtönen bilden, obwohl sie normalerweise farblos bis schwach getönt sind.

Ein reiner Diamant besteht nur aus Kohlenstoff. Damit ein Diamant Farbe erhält, muss eine Verunreinigung oder ein Gitterdefekt vorliegen. Mit Hilfe des Lichts können Elektronen im Atom von einem Energieniveau auf ein höheres springen. Je nach Molekül werden bestimmte Wellenlängen absorbiert und Farbe entsteht, wenn sich dieser Sprung im sichtbaren Spektrum vollzieht. Viele chemische Elemente, Verbindungen und Strukturen können eine Lichtabsorption in einem Material verursachen.

Farbige Diamante © Raiman Rocks

Farbige Diamante © Raiman Rocks

Die meisten Edelsteine erhalten ihre Farbe durch kleinste metallische Verunreinigungen. So erhält der Rubin und Smaragd seine Farbe durch Chrom, Amethyst, Peridot und roter Granat hingegen durch Eisen. Die Farben beim Diamanten entstehen meistens durch Stickstoff. Stickstoff ist als Verunreinigung bei anderen Edelsteinen jedoch ungewöhnlich.
Meistens sind im Diamanten Unreinheiten in Spuren vorhanden, was dem Diamanten einen Gelb- bis Braunton verleiht. Weist ein Diamant Spuren anderer Elemente oder Gitterdefekte auf, so können sich farbige Varianten bilden. Die Intensität der Farbe bestimmt dann seine Schönheit und Einzigartigkeit.

Wenn man in einem Materiel Farbe sehen kann, so bedeutet dies, dass das vom Objekt kommende Licht durch das Objekt selbst modifiziert wurde. Eine odere mehrere Farben, die im ursprünglichen, “weissen Licht” vorhanden sind, wurden auf irgendeine Art und Weise eliminiert. Daher ist das aus dem Objekt austretende Licht eine Kombination aus den verbleibenden Farben.

Auf den Diamanten übersetzt heisst dies, dass wenn z. B. diejenigen Wellenlängen des Lichts absorbiert werden, die violett und blau repräsentieren, so ist das aus dem Diamanten austretende Licht eine Kombination aus grün, gelb, orange und rot, was das menschliche Auge als Gelb wahrnimmt.

Lichtabsorption ist der häufigste Grund für Farbe im Diamanten, jedoch nicht der einzige. Eine weitere, wenn auch seltene Möglichkeit, ist die Fluoreszenz. Fluoreszenz entsteht beim Übergang angeregter Elektronen von einem höheren zu einem niedrigeren Energieniveau. “Grün Emitter” sind ein Beispiel. Diese gelben Diamanten geben ein so starkes grünes Licht ab, dass der Effekt in seltenen Fällen über die Farbe des Diamanten dominiert.

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Mai01

Viele Leute glauben, dass Diamanten aus der Metamorphose von Kohle entstehen. Die meisten Diamanten, die datiert wurden, sind allerdings viel älter als die ersten Landpflanzen der Erde – das Ausgangsmaterial der Kohle.

Diamanten, die an oder nahe der Erdoberfläche gefunden werden, haben sich durch einen von vier möglichen Prozessen gebildet. © geology.com

Diamanten, die an oder nahe der Erdoberfläche gefunden werden, haben sich durch einen von vier möglichen Prozessen gebildet. © geology.com

Diamanten bilden sich im Erdmantel

Die Bildung natürlicher Diamanten erfordert sehr hohe Temperaturen und Drücke. Diese Bedingungen treten etwa 150 Kilometer unter der Oberfläche in begrenzten Zonen des Erdmantels auf, wo Temperaturen mindestens 1050 ºC sind. Man geht davon aus, dass die für die Diamantbildung und Diamantstabilität kritische Temperatur-Druck-Umgebung ausschliesslich unter den stabilen Kontinentalplatten vorhanden ist.

Diamanten, die in diesen Zonen gebildet und gelagert werden, kommen erst durch Vulkanausbrüchen an die Erdoberfläche, Punkt 1 in der Grafik. Diese Art von Förderung durch Vulkanausbruch scheint selten zu sein und wurde bislang noch nie direkt beobachtet.

Die Kohlenstoffquelle für Mantel-Diamanten ist Kohlenstoff, der seit der Entstehung des Planeten im Erdinneren vorhanden ist.

Diamanten bilden sich in Subduktionszonen

Winzige Diamanten wurden in Gesteinen gefunden, von denen man annimmt, dass sie durch plattentektonische Prozesse in den Erdmantel subduziert und wieder an die Oberfläche befördert wurden, Punkt 2 in der Grafik. Die Diamantbildung in einer subduzierenden Platte kann bereits 80 km unterhalb der Oberfläche und bei Temperaturen von bis zu 200 °C ablaufen. In einer Studie wurde festgestellt, dass Diamanten aus Brasilien winzige mineralische Einschlüsse enthalten, die mit der Mineralogie der ozeanischen Kruste übereinstimmen. Andere Diamanten haben Einschlüsse, die darauf hindeuten, dass subduziertes Meerwasser an ihrer Bildung beteiligt war.

Die wahrscheinlichste Kohlenstoffquelle bei Subduktion einer ozeanischen Platte sind Karbonatgesteine ​​wie Kalkstein, Marmor und Dolomit und möglicherweise Partikel von Pflanzenschutt in Offshore-Sedimenten.

Diamanten bilden sich an Impakt-Standorten

Im Laufe der Erdgeschichte kam es wiederholt zu grossen Asteroid-Einschlägen. Dabei werden extreme Temperaturen und Drücke erzeugt. Wenn z. B. ein 10 km grosser Asteroid, der mit 15 bis 20 km/Sek. fliegt, die Erde treffen würde, entstünde durch den Aufprall ein Energieausbruch, der grösser ist als die Energieausbrüche auf der Sonnenoberfläche.

Die hohen Temperatur- und Druckbedingungen eines solchen Aufpralls sind ausreichend, um Diamanten zu bilden. Diese Theorie wird durch die Entdeckung winziger Diamanten um mehrere Einschlagstellen von Asteroiden gestützt, Punkt 3 in der Grafik.

Winzige, submillimeter grosse Diamanten wurden im Meteor-Krater in Arizona gefunden und Industriediamanten mit einer Grösse bis zu 13 mm im Popigai-Krater in Nordsibirien, Russland.

Im Impaktgebiet könnte Kohle vorhanden sein und könnte als Kohlenstoffquelle der Diamanten dienen. Kalkstein, Marmor, Dolomit und andere kohlenstoffhaltige Gesteine ​​sind ebenfalls potenzielle Kohlenstoffquellen.

Diamanten bilden sich im Weltraum

NASA-Forscher haben eine grosse Anzahl von Nano-Diamanten in Meteoriten entdeckt, (Nano = Einheitenvorsatz für den milliardsten Teil). Der Anteil Diamanten in diesen Meteoriten macht etwa 3 % des gesamten vorhandenen Kohlenstoffs aus, Punkt 4 in der Grafik.

Forscher fanden auch eine grosse Anzahl sehr kleiner Diamanten in einer Probe des Allen Hills Meteorits. Man nimmt an, dass Diamanten in Meteoriten im Weltraum durch Hochgeschwindigkeits-Kollisionen entstanden sind, so wie sich Diamanten auf der Erde an Einschlagstellen bilden.

Kohle ist nicht an der Schaffung solcher Diamanten beteiligt. Die Kohlenstoffquelle stammt aus extraterrestrischer Quelle.

Ist nun Kohle an der Entstehung von Diamanten beteiligt?

Man kann festhalten, dass fast jeder terrestrische Diamant, der datiert wurde, im Präkambrium entstanden ist – in der Zeitspanne also zwischen der Entstehung der Erde vor 4’600 Mio. J. und dem Beginn des Kambriums vor 542 Mio. J.. Die frühesten Landpflanzen sind erst vor 450 Mio. J. also fast 100 Mio. J. nach der Bildung aller natürlichen Diamanten der Erde entstanden.

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Apr24

Der grösste je gefundene Diamant, der Cullinan, wog roh 3106 Karat. Er wurde 1905 im südafrikanischen Cullinan bei Pretoria entdeckt.

Der Transport des Steines stellte ein grosses Problem dar, weil befürchtet wurde, dass er gestohlen würde. Auf dem Schiff, das gerüchteweise den Stein transportierte, waren inkognito zahlreiche Sicherheitskräfte anwesend. Allerdings wurde nur eine Kopie transportiert, der Originalstein wurde schlicht per Post nach England geschickt! 1908 wurde der Rohdiamant von Joseph Asscher in 105 Steine gespalten, davon neun grosse, die heute Teil der britischen Kronjuwelen sind und sich im Tower von London befinden.

Der Cullinan Diamant: Die neun grössten Teile nach der Spaltung © gemeinfrei

Der Cullinan Diamant: Die neun grössten Teile nach der Spaltung © gemeinfrei

Der zweitgrösste Rohdiamant namens “Lesedi La Rona” (“Unser Licht” in Setswane) mit einem Gewicht von 1’111 Karat oder 221,8 g wurde 2015 in Botswana gefunden und ging 2016 für 53 Millionen Dollar an die britische Firma Graff Diamonds.

Lesedi La Rona, der zweitgrösste Rohdiamant aus Botswana © Lucara Diamonds

Lesedi La Rona, der zweitgrösste Rohdiamant aus Botswana © Lucara Diamonds

Der Koh-I-Noor ist ein weisser, oval geschliffener Diamant von 105,602 Karat. Das Gewicht des Rohdiamanten wird auf 600 ct. geschätzt. Gefunden wurde er in der indischen Kollur-Mine und wird als einer der berühmtesten Diamanten der Geschichte bezeichnet.

Zum ersten Mal wurde der Stein 1304 beschrieben, als ihn der indische Rajah von Malwa besass. Später fiel er in die Hände des Sultan Baber und wurde so zum wertvollsten Juwel der herrschenden Mogule.

Nach vielen Jahren in indischen Besitztümern gelangte er 1739 durch eine List in die Hände von Nadir Schah von Persien. Hier erhielt der Diamant seinen Namen “Koh-i-Noor”, was “Ein Berg von Licht” heisst – dem Feuer des Diamanten nachempfunden. Im Jahr 1747 wurde Schah Nadir ermordet und der Diamant fiel in die Hände von Schah Ahmad von Afghanistan. 1813, während eines Feldzuges in Afghanistan übernahm Ranjit Singh, Maharadscha der Sikh von Punjab, den begehrten Stein. Auf seinem Sterbebett vermachte er 1839 den Koh-I-Noor einem hinduistischen Tempel in Orissa. Doch die britischen Verwalter führten seinen letzten Willen nicht aus und Ranjit Singh’s Nachfolger überliess den Diamanten 1851 Königin Victoria.

Einst der grösste bekannte Diamant der Welt, befindet sich der Koh-e-Noor in der Krone, die von der verstorbenen Mutter von Königin Elizabeth II während ihrer Krönung getragen wurde. AFP File Photo

Einst der grösste bekannte Diamant der Welt, befindet sich der Koh-e-Noor in der Krone, die von der verstorbenen Mutter von Königin Elizabeth II während ihrer Krönung getragen wurde. AFP File Photo

Wegen der fehlenden Brillanz des Diamanten wurde der  Stein nachgeschliffen und damit auf seine gegenwärtige Grösse von 105,602 ct. verkleinert. Danach wurde der Diamant 1936 in die Krone der neuen Königin Elizabeth, verheiratet mit König George VI, eingesetzt und ist somit ein Teil der britischen Kronjuwelen geworden.

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Apr17

Viele Rifttäler bzw. Grabenbrüche sind Teil einer Dreifach-Kreuzung, wo sich drei tektonische Platten in etwa 120 ° Winkeln treffen. Meistens spalten sich zwei Arme einer Dreifach-Kreuzung, um einen Ozean zu bilden, während der dritte “gescheiterte Riss” ein Grabenbruch werden kann. Nur sehr selten entsteht ein Ozean aus allen drei Armen.

Dreifach-Kreuzung © GeologyIn.com

Dreifach-Kreuzung © GeologyIn.com

Auf kontinentaler Lithosphäre sind nur wenige aktive Grabenbrüche zu finden. Der Ostafrikanische Graben zusammen mit dem Baikal-, dem Westantarktischen- und dem Rio Grande Graben sind die wichtigsten aktiven kontinentalen Rift-Täler der Erde.

Ein zur Zeit für Schlagzeilen sorgendes Beispiel ist das Ostafrikanische Rift-System, das sich im Norden von Syrien bis in den Süden nach Mosambik erstreckt.

Der Ostafrikanischer Riss

Südlich des Roten Meeres liegt der komplexe Ostafrikanische Graben, der den afrikanischen Kontinent in zwei Teile teilt. Die afrikanische Platte, manchmal die nubische Platte genannt, trägt den grössten Teil des Kontinents, während die kleinere somalische Platte das Horn von Afrika trägt.

Die beiden grossen Grabensysteme des Ostafrikanischen Rifts sind das Gregory oder Östliche Rift und das Westliche Rift. Diese Rift-Täler sind von Vulkanen übersät: Erta Ale in Äthiopien, Mount Kenya in Kenia (ein nicht mehr aktiver Stratovulkan), Ol Doinyo Lengai und der Kilimanjaro (ein schlafender Stratovulkan) in Tansania und der Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo, DRK.

Die jüngsten Schlagzeilen zeigen Bilder eines Spalts, der sich auf dramatische Weise auftut und den man mit aufflackernden Aktivitäten der Grabentektonik in Verbindung bringt.

Ein Riss tut sich im Rift Valley in Kenia auf © nation.co.ke

Ein Riss tut sich im Rift Valley in Kenia auf © nation.co.ke

Da der Spalt jedoch keine Ähnlichkeit mit Verwerfungen zeigt, die durch Rift Tektonik verursacht werden, und auch keine grösseren Erdbeben registriert worden sind, wird in der Fachwelt eine andere Ursache vermutet.

Die intensiven Regenfälle sollen aus tieferliegenden Schichten Vulkanasche weggespült haben. Ähnliches habe man bereits vor Ort und an anderen Stellen auf der Welt beobachtet.

Nichts desto trotz entwickelt sich der Grabenbruch weiter: In einigen Millionen Jahren wird das östliche Afrika vermutlich vom Rest des Kontinents abgespalten sein und eine neue eigene Landmasse gebildet haben.

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Apr10

Das Mineral Sepiolith, das man auch unter der Bezeichnung Meerschaum kennt, ist ein eher selten vorkommendes Magnesiumsilikat mit der chemischen Formel Mg2Si3O8·2H2O.

Sepiolith entsteht aus der Verwitterung von Serpentinit unter hydrothermalen Bedingungen und ist, wie z. B. die Tonminerale, ein Schichtsilikat, welches weiter der Gruppe Palygorskit-Sepiolith zugeordnet wird.

→ Beitrag: Ein Zungenbrecher – Palygorskit.

Unbearbeiteter Sepiolith oder Naturmeerschaum, Türkei © http://rlayton.net

Unbearbeiteter Sepiolith oder Naturmeerschaum, Türkei © http://rlayton.net

Eine Meerschaumpfeife, der poetische Schwärmer bezeichnet sie  als “weisse Göttin”, ist eine Pfeife für Mussestunden, die dem Pfeifenraucher höchsten Genuss verschafft.

Meerschaum-Pfeife handgeschnitzt von Sinan Atilla in seiner Istanbul Werkstatt © www.etsy.com/shop/MeerschaumBazaar

Meerschaum-Pfeife handgeschnitzt von Sinan Atilla in seiner Istanbul Werkstatt © www.etsy.com/shop/MeerschaumBazaar

Meerschaum-Arten

Der ursprüngliche Naturmeerschaum stammt aus der Türkei, wo, nahe der anatolischen Stadt Eskişehir, die besten Vorkommen in tertiären Tonerde-Lagerstätten zu finden sind. Er ist dem dichten Talk recht ähnlich. Aus den rohen Meerschaumblöcken werden vor Ort die Pfeifenköpfe produziert, die dann exportiert werden.

Eine weitere Art ist der Amboseli-Meerschaum in Tansania. Er ist einige Millionen Jahre jünger als der Türkische und hat eine graue Tönung. Der afrikanische Meerschaum ist zudem schwerer und dadurch nicht so aufnahmefähig für das beim Rauchen entstehende Kondensat.

Dann gibt es noch den Pressmeerschaum. Er entsteht aus den Resten der Blockmeerschaum-Produktion. Diese “Überbleibsel” werden gewaschen, gemahlen und mit Kalk sowie einem neutralen Bindemittel gemischt, getrocknet und unter Druck wieder zu einem Block zusammengefügt, um dann wie Naturmeerschaum verarbeitet zu werden.

Die besonderen Eigenschaften des Meerschaums

Meerschaum ist eine mineralische Substanz mit vielen kleinen Poren. Diese machen den Meerschaum für Kondensate beim Rauchen sehr aufnahmefähig, wodurch der Einsatz von Filtern unnötig wird. Weil Meerschaum zudem feuerfest ist, besteht für den Raucher einer Meerschaum-Pfeife keine Gefahr, dass sein Pfeifenkopf durchbrennt. Und der neutrale Geschmack seiner Meerschaum-Pfeife eignet sich bestens den Tabak zu beurteilen.

Eine weitere Besonderheit ist die Verfärbung des Pfeifenkopfes durch das Rauchen. Nach der Schnitzarbeit wird die Pfeife in flüssigen Bienenwachs getaucht, was zur Verfärbung des Pfeifenkopfs beim Rauchen führt. Die Farbveränderung kann von hellbeige über gelbbraun bis dunkelrot gehen.

Dass Rauchen tödlich sein kann, wusste man schon früher.

Totenkopf-Meerschaum-Pfeife © Peter Michaelis

Totenkopf-Meerschaum-Pfeife © Peter Michaelis

Ein Menschenschädel aus Meerschaum bildet den Pfeifenkopf einer aus dem 19. Jahrhundert stammenden Meerschaum-Pfeife.
→ Ruhlaer Tabakpfeifenmuseum

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Die Lösung

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