Jun28

Die Bezeichnung Hadaikum leitet sich von Hades ab, dem griechischen Gott der Unterwelt.

Es begann mit der Entstehung der Proto- oder Urerde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren und endete je nach Sichtweise vor 4 Milliarden Jahren oder mit dem grossen Bombardement vor 3,8 Milliarden Jahren.

Künstlerische Illustration der Urerde, © NASA

Künstlerische Illustration der Urerde, © NASA

geologisch Zeitachse

Geologisch Zeitachse

Das Universum wiederum entstand vor 13,7 Mrd. Jahren mit dem Urknall. 400 Millionen Jahre später entstanden die ersten Sterne, so will es jedenfalls die Urknall Theorie. Diese bestanden aus Wasserstoff und Helium, schwerere Elemente wurden danach in den Sternen produziert.

Unser Weltall ist rund 13,7 Milliarden Jahre alt. Direkt nach dem Urknall dehnte sich das Universum blitzartig aus – das ist die gängige Theorie, © Foto: pa

Unser Weltall ist rund 13,7 Milliarden Jahre alt. Direkt nach dem Urknall dehnte sich das Universum blitzartig aus – das ist die gängige Theorie, © Foto: pa

Die Sonne ist erst 4,6 Mrd. Jahre alt. Die Rotationsbewegung des Gasnebels bewirkte eine Verdichtung der Materie im Zentrum bis zum Punkt, wo die Kernfusion einsetzte und der Stern “Sonne” geboren wurde. Der restliche Nebel, begann sich zu differenzieren. Die dichteren Elemente blieben im Inneren des Systems, während die weniger dichten in die äusseren Regionen drifteten. So wurde aus dem Nebel eine Scheibe, die zudem immer flacher wurde und so befinden sich alle Planeten auf einer Ebene.

In etwa 7 Mrd. Jahren wird die Sonne zum “Roten Riesen” anschwellen, ihr Radius reicht dann bis zur Venus und die Erdkruste wird zu einem Lava-Ozean geschmolzen sein. 600 Millionen Jahre später wird der Brennstoff der Sonne aufgebraucht sein und sie wird ein “Weisser Zwerg“.  Schon in 900 Millionen Jahren wird auf der Erde mit einer Oberflächentemperatur von 30 °C kein höheres Leben mehr möglich sein und in 1,9 Mrd. Jahren wird die Oberflächentemperatur 100 °C betragen und die Ozeane werden verdampft sein.

Planet Erde im Hadaikum

Die Erde entstand aus derselben Gaswolke wie die Sonne. Als sich Ringe um das Zentralgestirn “Sonne” bildeten, entstanden auch die Protoplaneten aus kollabierenden Materiehaufen. Kurz danach entstand der Mond als Folge einer Kollision der Erde mit einem marsgrossen Körper.

Die Erde bekam eine feste Kruste. Diese erste Kruste war ozeanisch. Nach Einsetzen der Mantelkonvektion schmolz die ozeanische Kruste teilweise auf und durch magmatische Differentiation entstanden kontinentale Krustenblöcke. Heute kennen wir ozeanische und kontinentale Kruste.

Aus dem Staub früherer Sonnen entsteht vor rund 4,6 Mrd. Jahren unser Sonnensystem mit den Planeten, © NASA, JPL

Aus dem Staub früherer Sonnen entsteht vor rund 4,6 Mrd. Jahren unser Sonnensystem mit den Planeten, © NASA, JPL

Die erste Erdatmosphäre bestand hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium, den beiden Elementen der Gaswolke. Als in der Sonne die Kernfusion einsetzte, entstanden heftige Sternwinde und bliesen diese erste Atmosphäre weg.

Irgendwann hatte die Erde eine Grösse erreicht, bei der die ausströmenden Gase durch Gravitationskräfte in einer Hülle um die Erde gehalten werden konnten – es bildete sich die Uratmosphäre aus Wasserstoff, Helium und Kohlensäuregasen. Auch Vulkane förderten grosse Mengen an Gasen an die Oberfläche. In diesem Milieu gab es höchst wahrscheinlich noch kein organisches Leben.

Infolge der Verdichtung und radioaktiver Prozesse kam es zur Erwärmung. Stickstoffverbindungen wurden ausgestossen, die sich in der Atmosphäre ansammelten. Die Erdanziehungskraft wurde grösser und austretende Gase kondensierten teilweise. Vulkane hoben zusammen mit Kometeneinschlägen, die zu einem grossen Teil aus Eis bestehen, enorme Mengen Wasserdampf in die Atmosphäre. Es bildeten sich die ersten Ozeane und die ersten Flüsse; Salz begann sich in den Urmeeren anzureichern. Schon im frühen Archaikum war der Salzgehalt vergleichbar mit dem Salzgehalt von heute.

So ähnlich muss sich die Vorgeschichte der Erde abgespielt haben, mindestens sind Geologen und Geophysiker überwiegend dieser Meinung.

>> Die Simulation von Simone Marchi zeigt, wie im Hadaikum Landmassen, Berge und Meere durch Einschläge geformt wurden.

Kommentar schreiben/lesen

Jun21

Das 1958 entdeckte Tullimonstrum gregarium. Nur, was ist das für ein Tier, das vor 300 Millionen Jahren in den Meeren schwamm?

Tullimonstrum, © Sean McMahon/Yale University

Tullimonstrum, © Sean McMahon/Yale University

Es hatte ein Hinterteil wie ein Fisch, auf dem Rücken Stielaugen, vorne einen Rüssel mit bezahnter Kralle und war mit etwa 30 cm sehr klein.

Als der amerikanische Fossiliensammler Francis Tully 1958 als Erster die versteinerten Abdrücke des ausgestorbenen Urzeitwesens in den Schieferablagerungen eines Kohlebergwerks in Illinois entdeckte, hatte er keine Ahnung, was das für ein Tier hätte gewesen sein können. Es passte zu nichts, was der Mensch bisher kannte.

Tullimonstrum, © Paul Mayer/Field Museum of Natural History

Künstlerische Darstellung eines Tullimonstrums, © Paul Mayer/Field Museum of Natural History

1. Wirbelsäule; 2. Chorda dorsalis; 3. Kiementaschen; 4. Stielaugen; 5. Hirn; 6. Rüssel; 7. Zähne 

Mithilfe von Spezialisten des Natural History Museums in Chicago wurden mehr als 1’200 fossile Proben des Tiers mit neuster Röntgentechnik untersucht.

Tullimonstrum gregarium, © Wikimedia, Museo di Storia Naturale di Milano

Fossil Tullimonstrum gregarium, © Wikimedia, Museo di Storia Naturale di Milano

Es wurde klar, dass die sehr feine Linienstruktur, die der Schieferabdruck erkennen lässt, nicht der Darm sondern die Vorstufe einer Wirbelsäule der sogenannten Chorda dorsalis ist. Tullimonstrum ist also ein primitives Wirbeltier und steht an der Basis der Linie, die zu den Neunaugen führt.

>> The Tully Monster

Kommentar schreiben/lesen

Jun14

…. aus den Wolken! Und wie kommt es in die Wolken?

So ein Hundewetter

So ein Hundewetter :-)!

Ohne Sonne kein Wasser!

Scheint die Sonne auf die riesigen Wasserflächen der Erde – fast drei Viertel der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt -, erwärmt sich das Wasser und verdunstet. Dieser Aggregatzustand nennt man Wasserdampf. Winzige Tröpfchen steigen in die Luft, wo sie sich mit Staub- und Salzkörnern verbinden und weiter steigen. Mit zunehmender Höhe kühlen sich die Wassertröpfchen wieder ab, das Wasser kondensiert. Milliarden solcher Tröpfchen bilden die Wolken. Dank dem Tyndall-Effekt werden die sonst farblosen Tröpfchen sichtbar.

Atlas der Wolken, © Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0, Antonio Ciccolella

Zusammenstellung verschiedener Wolkenarten. © Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0, Antonio Ciccolella

Ausgangspunkt jedes Regens sind Wolken. Je nach Höhe und herrschender Temperatur bilden sich entweder Eiskristalle oder Wolkentröpfchen. Wird das Gewicht der Tropfen so gross, dass sie weder durch die Luftreibung (Reibung im Fluid nach dem Gesetz von Stokes) noch von den in einer Wolke vorherrschenden Luftströmungen (Aufwinden) “in Schwebe” gehalten werden können, beginnen sie aufgrund der Schwerkraft langsam zu Boden zu sinken und es entsteht der Regen.

Bei so viel Regen ist es wichtig zu wissen, dass es sich nicht um Klima oder Klimaveränderung handelt! Wenn man die Definition für Klima betrachtet, ist Klima der Zustand der Atmosphäre an einem Ort, der über einen langen Zeitraum durch Mittelwerte und Summen ausgewählter physikalischer Grössen, z. B. Durchschnittstemperaturen, Niederschlagssummen, mittlere Sonneneinstrahlung oder Hauptwindrichtungen beschrieben wird.

Klimasystem

Das Wort Klima ist ein Sammelbegriff für alle Vorgänge in der Atmosphäre, an einem bestimmten Ort, über lange Zeiträume. Deshalb lässt sich Klima nicht mit Wetter gleichsetzen.

Das Wetter ist zwar auch ein Sammelbegriff, jedoch für meteorologische Vorgänge. So versteht man unter einer Wetterlage den Wetterzustand über einem bestimmten Gebiet während Stunden, Tagen und Wochen. Charakteristische Merkmale einer Wetterlage, wie die Luftdruckverteilung (Hoch, Tief, Fronten) bleiben oft über Tage hinaus erhalten und werden nach einer Dauer von mehr als drei Tagen als Grosswetterlage bezeichnet.

Wettersysteme

Wettersysteme

Was wir zur Zeit erleben sind Starkregen bis Gewitter, weil wir in einer Grosswetterlage mit tiefem Luftdruck vom Nordostatlantik bis zum westlichen Schwarzmeerraum sind, d. h. wir müssen weiterhin mit Regen rechnen.

Zur Erheiterung:

“Im Laufe des Tages werden örtlich starke Niederschläge auftreten”, prophezeit der Meteorologe. Ratlos beugt sich sein Assistent über die Satellitenbilder und Karten “Woraus schliessen Sie das?”, fragt er. “Ich habe meinen Schirm vergessen und bin zu einer Gartenparty eingeladen.”

>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 1/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 2/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 3/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 4/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 5/6 (ca. 7′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 6/6 (ca. 7′)

 

Kommentar schreiben/lesen

Jun07

im Berner Oberland in den Berner Alpen?

Die Berner Alpen zwischen dem Berner Oberland im Kanton Bern und dem Rhonetal im Kanton Wallis gehören zu den Westalpen und bilden eines der imposantesten Gebirgsmassive der Alpen. Sie sind stark vergletschert und führen die längsten Eisströme, den Aletsch- und Fieschergletscher. Der höchste Gipfel, ganz im Berner Oberland, ist das Finsteraarhorn mit einer Höhe von 4274 Metern. Das Panorama, fotografiert von Stefan Czurda, offenbart das Grandiose dieser Landschaft.

Panorama Berner Oberland, © Dr. Stefan Czurda

Viertausender des Berner Oberlands, © Dr. Stefan Czurda

Wie steht es um die Geologie?

Die Berner Hochalpen sind ein Teil des Aarmassivs und bestehen aus ortsansässigem, sogenanntem autochthonem Kristallin, d.h. weitgehend aus Aaregranit, metamorphen AmphibolitenGneisen und Schiefern also.

Geologische Karte Berner Alpen

Geologische Karte Berner Alpen

Im Nordwesten ist dem Aarmassiv ein Mantel von Jura-Kalk (auf der Karte in blauen Farbtönen eingefärbt) vorgelagert, der durch Druck von Süden steil aufgestellt, und auf den zum Teil das Kristallin überschoben ist.

Dieser Kalkmantel bildet eine Reihe von markanten Gipfeln, vom Wetterhorn im Osten über den Eiger zur Blüemlisalp und weiter über das Doldenhorn und das Balmhorn bis zum Gemmipass im Westen. Er ist zusammen mit dem aufgeschobenen Kristallin, so der Jungfrau, des Finsteraarhorns und weiteren Gipfeln das eigentliche Schaustück der Berner Alpen, eine riesige Mauer von 50 km Länge, mit Eiger, Mönch und Jungfrau als Kernstück.

Finsteraarhorn, © Wikimedia

Finsteraarhorn, © Wikimedia

>> Berner Oberland
>> Natural Switzerland

1 Kommentar »

Mai31

Es handelt sich um die Reichenbachfälle im Berner Oberland bei Meiringen im Haslital. Der englische Krimiautor Sir Arthur Connan Doyle nutzte die atemberaubende Kulisse für den finalen Kampf zwischen Sherlock Holmes und seinem Gegenspieler James Moriarty und liess die beiden in der Kurzgeschichte “The Final Problem” (1893) nach heroischem Kampf in den Abgrund stürzen.

© Unbekannt | Nachgestellter Zweikampf zwischen Sherlock Holmes und Professor Moriarty (Quelle Kaspar Willi)

© Unbekannt | Nachgestellter Zweikampf zwischen Sherlock Holmes und Professor Moriarty (Quelle Kaspar Willi)

Die Absicht des Autors, die Abenteuer des Sherlock Holmes elegant zu beenden, scheiterte am vehementen Protest seiner Leserschaft. So liess er 1903 seinen Helden in der Geschichte “The Empty House” wieder aus den Reichenbachfällen auferstehen. Die Reichenbachfälle sind seither über die Landesgrenze hinaus bekannt und Sherlock Holmes kam zu einer Ehre, die für eine Romanfigur ziemlich aussergewöhnlich ist; er wurde 1987 Ehrenbürger der Gemeinde Meiringen. Eine Gedenktafel am Reichenbachfall sowie eine Bronzefigur und ein Museum in Meiringen erinnern an den berühmten Meisterdetektiv.

Der Rychenbach – so der altdeutsche Name – entspringt dem Rosenlauigletscher und stürzt in sieben Kaskaden zu Tal.

Der oberste Reichenbachfall, ©  Raphael Schmid

Der oberste Reichenbachfall, © Raphael Schmid

Die schönste und mächtigste, 120 Meter hoch und bis zu 40 Meter breit, kann bequem mit der Reichenbachfall-Bahn erreicht werden. Unweit der Bergstation bieten drei Aussichtsplattformen einen atemberaubenden Blick auf den tosenden und stiebenden Wasserfall und das Haslital.

Seinen Ausgangspunkt nimmt der Rosenlauigletscher an der Nordostflanke der Wetterhorngruppe auf einer Höhe von etwa 2800–3500 Metern. Der Rosenlauigletscher fliesst in einem etwa 600 m hohen Eisfall aus dem Wetterkessel nach Nordosten. Die Gletscherzunge befindet sich derzeit auf einer Höhe von 2000 Metern. Hier entspringt der Weissenbach, der mit Wasserfällen steil ins Tal fällt und nach der Gletscherschlucht Rosenlaui in den Reichenbach mündet. Dieser führt das Wasser über den berühmten Reichenbachfall durch das Reichenbachtal zur Aare.

Wandervorschlag Sherlock Holmes Weg, 2:45 h: Meiringen – Willigen – Zwirgi – Geissholz – Blatti – Meiringen
Wanderung Reichenbachfälle und Rosenlauischlucht, 3:15 h

Kommentar schreiben/lesen

Mai24

Einst kostete eine Reichsmark ein Gramm Bernstein, heute wird bis zu 60 mal mehr bezahlt. Derzeit begehren reiche Chinesen vor allem den honiggelben Bernstein als Zeichen des Glücks und Wohlstands!

Baltischer Bernstein, Ostseeküste Schonen/Südschweden, © Creative Commons Attribution 3.0, Lämpel

Baltischer Bernstein, © Creative Commons Attribution 3.0, Lämpel

Die ältesten Bernsteine sind über 300 Millionen Jahre alt. Die meisten Fundstätten, z. B. die der Ost- und Nordsee, entstanden vor 50 Millionen Jahren. Damals gab es ausgedehnte Urwälder mit Kiefern, Fichten und anderen Nadelbäumen. Diese stellten Harz her, eine klebrige, flüssige Masse zur Verschliessung von Verletzungen.

Die Bezeichnungen Succinit und Baltischer Bernstein werden oft synonym verwendet, da Succinit (lat. succus, dicke Flüssigkeit, Saft) den grössten Teil des Baltischen Bernsteins ausmacht. Die anderen fossilen Harze im Baltischen Bernstein stammen von unterschiedlichen Pflanzenarten,  so die  Bernsteinarten Gedanit, Glessit, Beckerit und Stantienit. Andere fossile Harze verschiedener botanischer Herkunft bilden Lagerstätten unterschiedlichen geologischen Alters, wie z. B. der Dominikanische-Bernstein und der Libanon-Bernstein. Von der grossen Gruppe der Copale gehören nur die fossilen Vertreter, z. B. der Madagaskar-Copal, zu den Bernsteinen.

Bernstein ist ein Polyester und damit eine Art ≪Naturplastik≫

 

Bernstein mit Trauermücke, ©  Creative Commons, Mirella Liszka

Bernstein mit Trauermücke, © Creative Commons, Mirella Liszka

Baumharz ist nicht nur klebrig, er duftet auch intensiv und kann zu einer tödlichen Falle für angelockte Insekten und andere kleine Tiere werden; manchmal bleiben sie darin kleben, können sich nicht mehr befreien und werden bald von einem nachfliessenden Harztropfen überdeckt. So eingeschlossen bleiben die Tiere, oder auch herabfallende Pflanzenteile, Pilze und Flechten, erhalten. Weil keine Umwandlung und kein Zerfall in den Harzeinschlüssen stattfindet, sind sie so wichtig für die Wissenschaft.

Flüsse trugen das Harz ins Meer, wo es mit den Sedimenten auf den Meeresboden fiel. Durch den Druck der sich anhäufenden Sedimentschichten wurden die Klumpen härter und dichter und so entstand Bernstein. Das Harz wurde dabei nicht durch Mineralien ersetzt, wie dies bei Versteinerungen üblich ist, denn Bernstein ist ein organisches Material und gehört chemisch gesehen zu den Polyestern.

Bernsteinfischer Ostsee, Polen, © Creative Commons, Michal Kosior

Bernsteinfischer Ostsee, Polen, © Creative Commons, Michal Kosior

Bernsteinstücke werden heute meistens an Küsten gefunden, beim Fischen mit einem Netz, beim Tauchen oder auch einfach am Strand. Das weltweit berühmteste und grösste Fundgebiet liegt an der Ost- und Nordsee.

>> Die Bernsteinstrasse 1/2 –  das magische Siegel
>> Die Bernsteinstrasse 2/2 – die dunkle Karawane

Kommentar schreiben/lesen

Mai17

Toteis und Toteissee

Toteis und Toteisseen

Ein Toteissee ist ein See, dessen Becken durch das Abschmelzen von Toteisblöcken entstand. Die Form und Grösse von Toteisseen ist von den Ausmassen des mittlerweile abgeschmolzenen Toteisblockes abhängig und so variieren diese Seen in ihrer Grösse und Ausdehnung von einigen tausend Quadratmetern bis mehrere Quadratkilometer. In jung vergletscherten Gebieten, in Moränenlandschaften, auf Sandern (Schotterebenen) oder in Urstromtälern sind Toteisseen eine weit verbreitete Erscheinung. Oft sind Toteisseen, vor allem die kleineren und flacheren, schon vollständig verlandet.

Schwimmende Inseln im Barchetsee (TG) einem ehemaligen Toteissee

Schwimmende Inseln im Barchetsee (TG) einem ehemaligen Toteissee

Die Stirnmoränen des Rhein- und Thurgletschers stauten nach der letzten Eiszeit vor etwa 15’000 bis 20’000 Jahren das Schmelzwasser beim Abfliessen nach W oder NW. Es bildeten sich Toteisseen. Der Barchetsee ist ein solcher. Heute zeigt er sich als warmer Moorsee mit schwimmenden Inseln.

Wie kam der See zu seinem Namen?

Barchet oder Barchent ist aufgerauter Stoff, wie es die einen oder anderen noch von Grossmutters Bettwäsche kennen. Hergestellt wurde er aus den Fasern von Hanfstengeln. Diese legte man zuerst ins Wasser, bis sie zu faulen begannen (Mazeration).

Hanfbündel im See © www.nvvn.ch

Hanfbündel im See © www.nvvn.ch

Damit man leichter zum Wasser kam, stach man Buchten oder Löcher (Roosse) vom Schwingrasen heraus und schob das Zeug in den See hinaus. So entstanden die heutigen schwimmenden Inseln im Barchetsee.

Schwimmende Inseln

In der Schweiz gibt es neben dem Barchetsee nur noch den Lützelsee in Hombrechtikon, der schwimmende Inseln besitzt.

Schwimmende Inseln Lützelsee, Hombrechtikon, © Paul Müller

Schwimmende Inseln, © Paul Müller

Schwimmende Inseln, © www.nvvn.ch

Schwimmende Inseln, © www.nvvn.ch

Je nach Windrichtung werden die Inseln über den See getrieben. Vor 30 Jahren konnte man sie noch betreten und als Flosse benutzen. Heute sind alle komplett mit der Sumpfschneide (Schilfpflanze aus dem Torf entsteht) überwachsen.

Einige Wandervorschläge für die kommenden schönen Tag:

>> Wanderroute Barchetsee
>> Wanderroute Lützelsee
>> Barchetsee aus der Vogelperspektive

Kommentar schreiben/lesen



Die Lösung

Archiv